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Firmenbesuch und Investition
Neues Fliesenformat in Vetschau

Giorgio Vitalone (l.), Werksleiter bei der Porcelaingrès GmbH, zeigt Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (2. v. r.) den Rohstoff für die Fertigung hochwertiger Fliesen im Vetschauer Werk.
Giorgio Vitalone (l.), Werksleiter bei der Porcelaingrès GmbH, zeigt Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (2. v. r.) den Rohstoff für die Fertigung hochwertiger Fliesen im Vetschauer Werk. FOTO: Rüdiger Hofmann / LR
Vetschau. Wirtschaftsminister besucht die Porcelaingrès GmbH. Zwei Millionen Euro werden investiert. Von Rüdiger Hofmann

Bei der Porcelaingrès GmbH in Vetschau wird es künftig ein neues Fliesenformat geben: das sogenannte „Meter x Meter Format“ – für die Region bisher einmalig. Investiert werden sollen für die dafür notwendigen technischen Einrichtungen zwei Millionen Euro. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) verschaffte sich am Mittwoch unter anderem auf der Betriebsversammlung des Unternehmens und bei einem anschließenden Rundgang einen Eindruck von dem gigantischen Fliesenwerk.

„Neues Fliesenformat heißt: Von der Presse bis zur Verpackung der Fliese wird alles neu“, sagt Werksleiter Giorgio Vitalone. Es werde größere Transportbänder und andere Stempel für Fliesen im Quadratmetermaßstab geben. Bis August 2018 wolle man mit der Umsetzung fertig sein.

Die Fertigungsstätten, Produktionshallen und Lagerflächen der Porcelaingrès GmbH – vor rund
15 Jahren auf grüner Wiese entstanden – befinden sich auf 70 Hektar. „In Südbrandenburg die wohl größte Halle“, sagt Gerber. Beim Firmenrundgang mit dem italienischen Geschäftsführer Produktion, Mario Bertolini, und dem deutschen Geschäftsführer Vertrieb, Fabian Schäfers, wurde dem Wirtschaftsminister deutlich gemacht: Italienische Kreativität trifft auf deutsche Organisation. Die Anlehnung an den italienischen Stil (Castellarano, Mailand), was den ästhetischen Geschmack betrifft, wird mit der höchsten deutschen Qualität in der technischen Vollendung der Materialien (Berlin, Vetschau) kombiniert. Die in Vetschau angefertigten hochwertigen Fliesen mit bis zu sechs Millimetern Stärke werden gepresst, auf das jeweilige Format geschnitten und schließlich weltweit verkauft. „Dabei handelt es sich um Kaminverkleidungen und Küchenplatten, um neue Terrassenmuster oder Fliesen für Duschen“, sagt Fabian Schäfers. Produziert werde für Innen- und Außenbereiche, hinterlüftete Fassaden, Doppelböden und Einrichtungselemente. Kurzum: das Angebot umfasst unterschiedlichste Oberflächen für architektonische Gestaltungsräume.

Ein Blick in die Fertigungshalle. In dem Werk werden im 24-Stunden-Schichtbetrieb Fliesen produziert.
Ein Blick in die Fertigungshalle. In dem Werk werden im 24-Stunden-Schichtbetrieb Fliesen produziert. FOTO: Rüdiger Hofmann / LR

220 Mitarbeiter arbeiten bei Porcelaingrès im 24-Stunden-Schichtbetrieb. „Unser ökologisches Bewusstsein ist sehr stark ausgeprägt“, sagt Mario Bertolini. Materialien beispielsweise aus der Glasindustrie, die verbraucht wurden, werden gemäß Kreislaufprinzip wieder in der Produktion eingesetzt. In der Anlage werden zerkleinerte Teile und Abfälle recycelt, das Prozesswasser gereinigt und der Energiebedarf für die Produktion autonom erzeugt. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage, die zwei Megawatt Leistung erzeugt. Der Großteil der Ausgangsstoffe kommt zudem aus der Region. Natürliche Materialien wie Ton, Quarz und Feldspat kommen zum Einsatz. „Wir verwenden sogar Glasscheiben aus alten Röhrenfernsehern“, sagt Geschäftsführer Fabian Schäfers.