Lauchhammer. Die Sorge um die Zukunft lässt die Bewohner der Grubenteichsiedlung in Lauchhammer-West nicht los. Nach vielen Jahren der Ungewissheit hatten die Eigentümer dem mangelnden Mut von Landesbehörden und Bergbausanierern zur Wahrheit verzweifelt auf die Sprünge geholfen. Doch der erzwungenen Klarheit über das Schicksal der Grubenteichsiedlung, das "Standortverlagerung" heißt, folgen neue Rückschläge. Die Hoffnung auf eine zügige Absiedlung in ein neues Eigenheimgebiet in Lauchhammer-Süd sind bereits wieder begraben. Denn die erschlossenen Baugrundstücke der Stadt liegen im Hochwasserschutzgebiet der Elster-Niederung. Neue Häuser werden hier nicht mehr genehmigt. Die Bitte der Bürgerinitiative "Am Grubenteich" nach einem Termin beim Bürgermeister für eine neue Standortsuche hat Roland Pohlenz (parteilos) zunächst begründet abgelehnt. Das bestätigt Sprecherin Monika Kathke. Erst müssten Lösungen gefunden werden, habe das Stadtoberhaupt erklärt. "Versicherungen über vollste Unterstützung seitens der Stadt für uns Betroffene haben wir bereits viele gehört. Allein spürbar ist davon herzlich wenig. Aus unserer Sicht spricht überhaupt nichts dagegen, uns an der Suche nach alternativen Wohnstandorten zu beteiligen", macht Monika Kathke das Unverständnis der Betroffenen deutlich. Inzwischen gibt es ein Gesprächsangebot.

Auch den nächsten gnadenlosen Schlag in die Magengrube müssen die Bewohner am Grubenteich erst verdauen: Durch Zufall sind sie im Internet jetzt auf eine aktuelle Ausschreibung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) zur weiteren Rüttelstopfverdichtung und Erdbau-Arbeiten am Restloch 40, auf dessen Alttagebau-Kippe ihre Häuser stehen, gestoßen. Geplanter Baubeginn: November. Dauer: zehn Monate. Schon Mitte der nächsten Woche soll der Steuerungs- und Budget-Ausschuss (StuBa), in dem der Bund und die vier ostdeutschen Braunkohleländer über alle Bergbausanierungsvorhaben entscheiden, das Geld dafür freigeben.

Die Angst am Grubenteich greift um sich: "Dieses völlig überraschende Sanierungsvorhaben am Restloch 40 ist eine Vertreibungssanierung", bringt Monika Kathke die Befürchtungen der erneut nicht informierten Bewohner auf den Punkt. Die Grubenteichsiedler kämpfen, inzwischen auch anwaltlich begleitet, um eine Entschädigung mit adäquatem Ersatz für ihre mühevoll aufgebauten Häuser und liebevoll gepflegten Grundstücke am Restloch 40 und einen Neuanfang mit entsprechender Unterstützung. Zum Verkehrswert wollen und können sie sich nicht abspeisen lassen. Die auch schon hoch betagten Betroffenen stellen höchst verärgert fest: Nachdem das Problem durch konsequentes Aussitzen auf biologischem Weg für das Land nicht zu lösen war, werde nun auf der lockeren Kippe mit der Rüttel stopfverdichtung eine akute Gefahr am Grubenteich erzeugt.

Den Vorwurf weist Manfred Kolba, der Sanierungsbereichsleiter der LMBV, mit Nachdruck zurück. Der dritte Bauabschnitt am Restloch 40 sei planmäßig. "Das haben wir im Arbeitskreis des Braunkohleausschusses und der anschließenden Stadtverordnetenversammlung in Lauchhammer im November des vergangenen Jahres bereits öffentlich angekündigt", ruft der Chef-Sanierer in Erinnerung. Das baulich bereits begonnene Vorflutsystem müsse zügig weiter errichtet werden.