Wenn Geschäftsführer Michael Jakobs das große Faltblatt über seinen Schreibtisch ausbreitet, sieht er sämtliche Wohnhäuser der WiS auf einen Blick. Der Riesentabelle mit den wichtigen Kennzahlen ist unter anderem zu entnehmen, was der Vermieter in den jeweiligen Häusern pro Quadratmeter und Monat verdient. Teilweise stehen mehr als zwei Euro unterm Strich, teilweise aber auch nur ein Centbetrag.

Das hänge wesentlich auch davon ab, was die WiS in jede einzelne Wohnung investiert hat, erklärt Jakobs. Nach einem Auszug muss renoviert werden, damit ein neuer Mieter einziehen kann. "Leerstandsbeseitigung" nennen das die Wohnungsmarktexperten. Die WiS plant dafür in diesem Jahr 865 000 Euro ein. Es ist der größte Ausgabeposten bei den Instandhaltungsmaßnahmen, für die dieses Jahr insgesamt fast 2,2 Millionen Euro ausgegeben werden bei der WiS. Erwähnenswert für Jakobs ist in puncto Instandhaltung noch die Gestaltung der Außenanlagen für die Hauseingänge 1 bis 10 in der Geschwister-Scholl-Straße, die noch aus DDR-Zeiten stammen.

Für den WiS-Chef ist klar: Nachdem fast der gesamte Wohnungsbestand durchsaniert oder umgebaut worden ist, fallen nun Kosten an, all das Geschaffene auch in gutem Zustand zu erhalten und stetig zu modernisieren. Reichten dafür 2010 noch rund 1,4 Millionen Euro, werden es 2016 knapp 2,2 Millionen Euro sein müssen. Die WiS will ihre Mieter schließlich halten, gern noch mehr hinzugewinnen.

Zwei Prozent Leerstand

Mit zwei Prozent Leerstand im sanierten Bestand ist Michael Jakobs sehr zufrieden. Denn saniert sind bei der WiS mittlerweile 96 Prozent aller 4300 Wohnungen. 550 davon sind barrierefrei mit Aufzug zugänglich. Doch selbst die Vermietung von Wohnungen in oberen Etagen, die nicht mit dem Aufzug zu erreichen sind, sei für die WiS kein Problem. Wer dort einzieht, dem kommt der Vermieter preislich ein wenig entgegen.

Bei den Bauvorhaben ragt bei den Lübbenauern in diesem Jahr ein Projekt deutlich heraus: der neue Geschäftssitz am Oer-Erkenschwick-Platz. Rund vier Millionen Euro kostet es, aus dem leer gezogenen Wohnblock ein modernes Verwaltungs- und Empfangsgebäude für die Kunden zu machen. Dort, sagt Jakobs voller Vorfreude, hätten die Mieter endlich barrierefreien Zutritt und könnten in größeren Räumen mit mehr Komfort beraten werden. Am Oer-Erkenschwick-Platz müssten seine Kollegen auch nicht mehr in so engen Räumen oder gar Durchgangszimmern arbeiten. Ende diesen Jahres soll der Umbau beendet sein, Anfang nächsten Jahres ein Teil der WiS-Belegschaft dort einziehen. Den Parkplatz könne jedermann ständig kostenfrei nutzen, betont Jakobs. Die WiS-Mitarbeiter parken hinter dem Haus.

Kleinere Investitionen

Im Vergleich zum großen Brocken neuer Geschäftssitz nehmen sich die weiteren Bauprojekte dieses Jahr eher bescheiden aus. In der Giebelstraße investiert die WiS 50 000 Euro in einen ehemaligen Handwerkermarkt. Und in der Alten Huttung 5 bis 6 werden Räume als neuer Sitz für die Spreewelten-Bad-Verwaltung ausgebaut.

Zum Thema:
Bei der WiS sind inklusive Hausmeister, Handwerker und den 15 Auszubildenden 55 Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Kunden sind die rund 6500 Mieter, deren Durchschnittsalter etwa bei 50 Jahren liegt und die allen sozialen Schichten angehören. Das Unternehmen hat seit dem Jahr 2000 insgesamt 1300 Wohnungen abreißen lassen. Ein weiterer Rückbau ist nach Angaben der Geschäftsführung für die kommenden Jahre derzeit nicht absehbar.