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Neue Spitze im Slawenburg-Verein

Geschäftsführer Ulrich Lagemann (l.) und Jens Lipsdorf vom Vorstand des Fördervereins Slawenburg Raddusch tauschen ihre Gedanken zu Modellen für die neue Ausstellung in der Burg aus.
Geschäftsführer Ulrich Lagemann (l.) und Jens Lipsdorf vom Vorstand des Fördervereins Slawenburg Raddusch tauschen ihre Gedanken zu Modellen für die neue Ausstellung in der Burg aus. FOTO: H. Kuschy
Raddusch. Der Radduscher Unternehmensberater, Vetschauer Stadtverordnete und Ortsvorsteher Ulrich Lagemann führt jetzt auch die Geschäfte der Slawenburg Raddusch. Er löst damit die bisherige Geschäftsführerin Harriet Bönisch ab, die als Kuratorin von nun an verantwortlich ist für Ausstellungen und die wissenschaftliche Arbeit in der Burg. Hannelore Kuschy

Neu formiert hat sich auch der Vereinsvorstand. Ihm gehören Jens Lipsdorf, Jens Enke, Jens Lingl, Torsten Seidel und Gunther Schmidt an. Demnächst wird aus der Mitte der Vorstandsmitglieder der Vereins-Chef gewählt.

Mit dem Umbau der Vereinsspitze soll Jens Lipsdorf zufolge die Arbeit auf breitere Schultern verteilt werden. Denn für das Tagesgeschäft in der Burg sei bislang nicht mehr ausreichend Zeit geblieben, ergänzt Ulrich Lagemann. Bewährtes wolle er weiterführen, jedoch solle das Besondere dieser Burg als faszinierender Ausstellungsort und einzigartige Bildungsstätte im Land weiter als bisher in die Region getragen werden.

Bestimmendes Thema in den nächsten zwei Jahren wird die neue Ausstellung sein, mit deren Vorbereitung begonnen wurde. Vorsichtige Schätzungen gehen von zunächst rund einer Million Euro aus. Die Stadt Vetschau als Träger der Burg hat Bürgermeister Bengt Kanzler zufolge die ersten Fördermittelanträge gestellt. Geschäftsführer Ulrich Lagemann rechnet mit der Eröffnung im Frühjahr 2019. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt einen Gestalterwettbewerb ausgerufen. 30 Bewerber haben sich beteiligt. Nach Angaben Lagemanns laufe noch in dieser Woche mit dem Favoriten das Bietergespräch. Veranschaulicht die ständige Ausstellung heute Leben und Kultur in der sich verändernden und von Tagebauen geprägten Niederlausitzer Landschaft der vergangenen 12 000 Jahre, so wolle man künftig sogar 130 000 Jahre zurückblicken, sagt Ulrich Lagemann. Erste Ideen, wie das umgesetzt werden könnte, zeigen die Modelle von Bewerbern.

In die Zukunft der Slawenburg soll ein Konzept weisen, das die Stadt an das Cottbuser Institut für neue Industriekultur in Auftrag gegeben hat. Darin soll unter anderem Antwort auf die Frage gegeben werden, wie eine eventuell neue Trägerschaft aussehen könnte. Mit einer favorisierten Variante, die eventuell auch das Land stärker in die Pflicht nehmen könnte und mit der alle Beteiligten gut leben, rechnet Bengt Kanzler noch Ende dieses Jahres. Bis zur Umsetzung werden Jahre vergehen. Deshalb wird gerade an einem neuen Pachtvertrag zwischen Verein und Stadt gearbeitet.

Mit interessanten Angeboten versucht das Burgteam, den Besucherrückgang durch den tagsüber eingestellten Halt des RE 2 in Raddusch zu kompensieren. "Das ist eigentlich kaum zu schaffen. Etwa 2500 Besucher weniger als sonst sind 2016 zu uns gekommen", beklagt der Geschäftsführer. "Der Halt in Raddusch ist für die Burg sehr, sehr wichtig."

Vielleicht machen sich ja dennoch Besucher von weiter her auf, um zum Beispiel Ostersonntag auf dem Burggelände zu verbringen. An dem Tag wird zum Ostereiersuchen und zum Verzieren eingeladen. Von 11 bis 17 Uhr zeigt die Lübbenauerin Bärbel Lange, wie das geht. Am 29. und 30. April wird das Maifest mit Musik, Greifvogel-Flugschau, Ponyreiten und vielem anderen gefeiert. Am 2. Mai werden Besucher in die Pflanzenwelt an der Slawenburg geführt. Denn diese einzigartige Trockenwiese beherbergt viele Pflanzen, die auf kommerziell genutzten Wiesen nicht mehr vorkommen. Dem Pflanzenreich widmet sich auch die nächste Sonderausstellung ab 24. Mai. Gezeigt wird die Globalisierung der Nutzpflanzen von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit. Noch bis 23. April kann die Sonderausstellung "Archäologische Landschaften" besichtigt werden. Auf das beliebte Slawenburg-Open-Air, diesmal am Samstag, 1. Juli, können sich schon die jungen Freunde der Musiknacht vom Club Bellevue freuen. André Matthes vom Club führt wieder Regie.

Zum Thema:
Noch bis Ende März ist die Slawenburg Raddusch täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Von April bis Juni kann sie jeden Tag zwischen 10 und 18 Uhr, im Juli und August bereits ab 9.30 Uhr sowie im September und Oktober wieder ab 10 Uhr besucht werden. Eingelassen werden Besucher bis 30 Minuten vor Schließung. Erwachsene zahlen sieben Euro, ermäßigt 5,50 Euro. Sechs- bis 16-Jährige bekommen die Karte für 4,50 Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern kostet 19 Euro. Ein Erwachsener mit bis zu zwei Kindern bezahlt zwölf Euro. Eine Erwachsenen-Jahreskarte ist für 15 Euro zu haben, für ein Kind kostet sie zehn, für eine Familie 30 Euro.Gruppen bis 20 Personen bekommen eine Führung durch die Ausstellung für 40 Euro. Interessierte können sich für 1,50 Euro ein Audio-Gerät in deutscher, englischer oder polnischer Sprache ausleihen. Die Museumspädagogik bietet auch Führungen für Menschen mit Einschränkungen an.