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Neue Pfarrerin für Lübbenau

Ulrike Garve ist die neue Pfarrerin in Lübbenau. Eine offene Kirche liegt ihr sehr am Herzen.
Ulrike Garve ist die neue Pfarrerin in Lübbenau. Eine offene Kirche liegt ihr sehr am Herzen. FOTO: Franziska Dorn
Lübbenau. Seit wenigen Tagen wohnt Ulrike Garve mit ihrer Familie in der Pfarrdienstwohnung am Kirchplatz in Lübbenau. Noch stapeln sich im Arbeitszimmer die Umzugskisten. Daniel Preikschat

Aber Ulrike Garve steckt schon mitten in der Arbeit. Erste Kontakte sind geknüpft, eine Gemeindekirchenratssitzung wurde schon absolviert. Am Sonntag begrüßte sie erstmals die Gemeinde in einem Gottesdienst.

Nicht ganz zufällig sei Ulrike Garve nach ihrem Studium in Berlin und Prag sowie dem anschließenden Vikariat in Berlin nun in Lübbenau, heißt es vom Evangelischen Kirchenkreis Niederlausitz in Lübben. Die 31-Jährige stammt aus Niesky in der Oberlausitz und habe das Leben in der Kleinstadt in guter Erinnerung. Ihre Kinder sollten Vergleichbares erleben. Mit dem Umzug nach Lübbenau habe sich dieser Wunsch erfüllt. Der jüngste der drei Jungs besuche die Kita Amalie-Schmieder-Haus, die beiden älteren die Jena plan-Schule. "Alles ist auf kurzem Weg zu erreichen. Lübbenau gefällt uns. Nur die Schranke stört. Ich habe den Eindruck, sie zerteilt die Stadt", wird die 31-Jährige zitiert. Außer für ihren Mann Friedemann, der täglich nach Berlin pendeln müsse, wo er als Sozialpädagoge arbeitet. Die Familie gewöhne sich an das Leben mit Auto und Rad, dafür ohne S-Bahn.

Während in der Gemeinde Am Weinberg in Berlin-Mitte der sonntägliche Gottesdienst Kern des Gemeindelebens war, sei die Situation in Lübbenau und in den Landgemeinden ganz anders, so die neue Pfarrerin weiter. Hier werde die Evangelische Gemeinde durch Kreise und Gruppen geprägt. Fremd ist für Ulrike Garve auch das Gotteshaus. Der Dresdner Barock in der Lübbenauer Nikolaikirche kontrastiere mit der puristischen Ausstattung der Zionskirche in der Gemeinde Am Weinberg.

Mit Pfarrer Andreas Döhle werde die Wahl-Lübbenauerin für die Kirchengemeinden Lübbenauer Altstadt, Neustadt, Groß Lübbenau, Zerkwitz und Kittlitz mit ihren etwa 2600 Gemeindegliedern zuständig sein, heißt es weiter. Der Pfarrdienst werde im Team geleistet. Kollegiale Zusammenarbeit empfinde Ulrike Garve als Vorteil für sich, aber auch für die Gemeinden.

Die Pfarrerin will darüber hinaus den Tourismus von kirchlicher Seite begegnen und begleiten. Das Konzept "offene Kirche", das in St. Nikolai praktiziert wird, wolle sie unterstützen. Vorstellbar sei auch eine Sprechstunde der Pfarrerin in der Kirche.

In ihrer Vikariatsgemeinde hat Ulrike Garve in Gottesdienst und Andacht nach neuen Formen und neuer Sprache für das geistliche Leben gesucht. Von diesen Erfahrungen soll die Spreewaldgemeinde profitieren können.