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Neue Kollegin für das Ärzte-Team

Bürgermeister Helmut Wenzel, sein Stellvertreter Rainer Schamberg und Geschäftsführerin Karin Linke (v.r.) freuen sich, dass Marion Kingl (2.v.l.) das Ärzte-Team im MZL verstärkt. Unterstützt wird sie von den Schwestern Cornelia Liebe (l.) und Barbara Choritz (3.v.l.).
Bürgermeister Helmut Wenzel, sein Stellvertreter Rainer Schamberg und Geschäftsführerin Karin Linke (v.r.) freuen sich, dass Marion Kingl (2.v.l.) das Ärzte-Team im MZL verstärkt. Unterstützt wird sie von den Schwestern Cornelia Liebe (l.) und Barbara Choritz (3.v.l.). FOTO: Preikschat
Lübbenau. Mittwoch hat Hautärztin Marion Kingl im Medizinischen Zentrum Lübbenau (MZL) ihre erste Sprechstunde. Die Luckauerin haben die Standortvorteile der Spreewaldstadt offenbar überzeugt. Wie ihre Kollegen im MZL, wird sie sich über einen Mangel an Patienten nicht beklagen können. Daniel Preikschat

Am Freitag bevölkerten noch die Handwerker ihre Praxisräume. Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) und seinen Stellvertreter, Fachbereichsleiter Rainer Schamberg, hielt das jedoch nicht davon ab, Marion Kingl mit einem Strauß Blumen alles Gute zu wünschen für ihren Start im MZL. Sie selbst freue sich auch, nun hier zu sein, entgegnete die erfahrene Medizinerin. Gekommen sei sie, weil "in Lübbenau eine Stelle frei war", sagte sie sachlich kurz auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

MZL-Geschäftsführerin Karin Linke indes denkt schon, dass sich Marion Kingl von den Standortvorteilen überzeugen ließ. Fachärzte werden überall gesucht. Im Lübbenauer MZL jedoch bekommen sie eine komplett ausgestattete Praxis. Sie können sich ganz auf ihre medizinische Arbeit konzentrieren, da eine gemeinsame Verwaltung den Papierkram erledigt. In einer Gesellschaft der Haus- und Fachärzte wie in Lübbenau habe zudem jeder Einblick in eine gemeinsame elektronische Krankenakte und verfüge so über mehr wertvolle Patienteninformationen, als sie ein Einzelkämpfer haben kann. Das Angestelltenverhältnis schütze vor privater Verschuldung und sichere leistungsbezogene Vergütung.

Ebenfalls nicht verschweigen will Karin Linke, dass auch in Lübbenau alle Mediziner mehr als genug zu tun haben. Alle behandelten mehr Patienten, als das Budget vorsieht. Wie überall in Südbrandenburg sei das Durchschnittsalter der rund 13 000 Patienten, die pro Quartal ins MZL kommen, überdies recht hoch. Die Altersgruppe der 70- bis 80-Jährigen ist am stärksten vertreten. Fast 2700 Frauen und Männer. Lange Wartezeiten auf einen Termin von mehr als vier Wochen versuche man zu vermeiden - meist mit Erfolg. Für die Notfälle hält jeder überdies Akut-Sprechstunden. Klar sei: "Wer neu bei uns anfängt, braucht anfangs etwas mehr Zeit für die Patienten. Recht hoch ist im MZL allerdings auch das Alter einiger Ärzte. Im Durchschnitt seien die Mediziner über 50 Jahre alt, so Karin Linke. Drei von ihnen seien älter als 60, einer älter als 70. Allerdings arbeite Siegfried Stadelmeyer auch nur noch ein bis zwei Tage in der Woche. Eine jüngere Internistin im Haus habe den Patientenstamm bereits übernommen. Der betagte Hausarzt betreue überwiegend Patienten, die im hohen Alter den Arzt nicht mehr wechseln wollen. Eine solche Kooperation zwischen älterem Arzt und jüngerem Nachfolger sei hier eben auch möglich.

Um Marion Kingl habe sich das MZL sehr bemüht, sagt die Geschäftsführerin. Zuvor hatte ihr die Vorgängerin mitgeteilt, aus privaten Gründen ihre Arbeit im MZL beenden zu müssen. Derzeit sei Karin Linke intensiv damit befasst, eine neue Gynäkologin zu bekommen. Gesucht werde auch ein Nachfolger für eine frei gewordene Hausarzt-Stelle.

Zum Thema:
Sechs Hausärzte, sieben Fachärzte, eine Zahnärztin und drei niedergelassene Ärzte arbeiten im MZL. Es gibt neun Kooperationspartner, darunter Betreiber von Apotheke, Hörgeräte-Akustik und Orthopädie-Schuhtechnik. Die Stadt Lübbenau ist alleiniger Träger der Einrichtung. Das MZL hat in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. An dem Neustadt-Standort befand sich seit 1963 eine Poliklinik.