(rdh) Was bewegt Rückkehrer, zurückzukehren? Worauf achten sie, welche Bedingungen müssen erfüllt sein? Den Fragen sind Bürgermeister Werner Suchner (parteilos), Marion Goyn, Geschäftsführerin der Wohn- und Baugesellschaft Calau mbH (WBC) und Wolfgang Lehnert, Vorstand des Calauer Finanzamtes, beim ersten Rückkehrstammtisch nachgegangen. Erschienen waren sieben Rückkehrer.

Eine der Hauptbotschaften: Arbeit, Infrastruktur, Wohnraum sowie ein gutes soziales Umfeld sind Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um Bürger zurückzulocken. Da ist beispielsweise die aus Mlode stammende, in Halle studierte Agrarwissenschaftlerin, die sich – nach Calau zurückgekehrt – über projektbezogene Stellen an einem Institut gut aufgestellt hat. Ihre Kinder besuchen die Kita in Saßleben. Verbesserungen wünscht sie sich beim Mobilfunk- und Radwegeausbau zwischen Calau und Lübbenau.

Da ist zum anderen der über zehn Jahre in Köln in der Automobilbranche tätige Familienvater, der wegen der Familie und Freunde zurückgekehrt ist. Die Wohnungssuche sei unkompliziert verlaufen, ein Kitaplatz kein Problem, sagt er. Dass man beim Verdienst im Osten Abstriche machen muss, sei ihm klar gewesen. Schwierigkeiten gäbe es bei einigen Ärzten bei der Aufnahme neuer Patienten. „Das ist ein deutschlandweites Problem, hier werden wir als Stadt auf das Medizinische Versorgungszentrum zugehen“, sagt Werner Suchner.

Da ist außerdem der rund 20 Jahre als Landwirt in Bayern tätige Rückkehrer. Die Jobsuche sei der Hauptgrund gewesen, in Calau wieder Fuß zu fassen, sagt er. Da ist die in Koblenz ausgebildete Masseurin, die nach Reuden zurückgekehrt ist. Und da ist die Erzieherin, die in Hamburg nie heimisch geworden und nach Missen zurückgekehrt ist. Inzwischen arbeitet sie als Entspannungstrainerin und Märchenerzählerin. „Meist sind es familiäre Bindungen, die zur Rückkehr bewegen“, sagt Wolfgang Lehnert. Marion Goyn betont, wie wichtig die Vernetzung der Akteure untereinander ist – gerade in einer kleinen Stadt mit verhältnismäßig wenig Geld. „Eine ,Werkstatt Rückkehrer’ haben wir im September und Oktober geplant“, so Goyn.

Der Stammtisch soll künftig in Calau etabliert werden und einmal im Jahr stattfinden.