ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 08:06 Uhr

Neue Details zum Phuket-Mord eines Ex-Lübbenauers

FOTO: Gerhard Seybert
Phuket/Lübbenau. Ein Ex-Lübbenauer sitzt in Thailand wegen eines möglichen Mordes an seiner Freundin in U-Haft. Er hat die Tat gestanden. Doch hat er möglicherweise im Affekt gehandelt? Lokale Medien berichten über neue Details des Falles. bob/mit dpa

Er hat gestanden: Ein 36-jähriger ehemaliger Lübbenauer hat in Thailand seine Freundin (35) umgebracht und ihre Leiche im Wald versteckt. So viel ist seit Mittwoch bekannt. Doch der Fall sorgt weiter für Diskussionen. Was hat den Fitness-Trainer zu dieser Tat getrieben? Lokale Medien in Thailand berichten nun über weitere Details der Tat.

Wie die Phuketnews in ihrer Online-Ausgabe berichten, könnte die Tat möglicherweise im Affekt geschehen sein. Am 2. Juli soll es demnach zwischen dem Deutschen und seiner thailändischen Freundin zu einem Streit gekommen sein. Er habe Fotos auf ihrem Handy gefunden und ihr deshalb vorgeworfen, sie habe ihn betrogen. Die 35-Jährige stritt dies ab, gestand ihrem Freund dann aber, dass sie einen anderen Mann liebt, möglicherweise ihr ehemaliger Freund, über den lokale Medien zuvor berichtet hatten.

Die Phuketnews zitieren einen Polizeibeamten, der den weiteren Tatverlauf so schildert: Der 36-Jährige stieg auf seine Freundin und würgte sie, bis sie sich nicht mehr bewegte. Dann verließ er die Wohnung, um sich Zigaretten zu holen. Als er zurückkam und seine Freundin immer noch reglos fand, versuchte er offenbar die Tat zu vertuschen. Er legte sie wie schlafend ins Bett. Verwandten, die zu Besuch kamen, sagte er, seine Freundin habe Medikamente genommen und schlafe.

Erst nach zwei Tagen habe er die Leiche schließlich in Plastiktüten verpackt und mit einem Leihwagen in ein entlegenes Waldstück gefahren. Dort ließ er den Leichnam zurück, der im Dschungel von Phuket rasch zerfiel.

Auf die Spur kam die Polizei dem Ex-Lübbenauer anscheinend durch die GPS-Signale des Leihwagens, die sie zum Ort der Leiche führten.

Erst acht Tage nach ihrem Verschwinden wurde der Leichnam im Dschungel gefunden. Als die Polizei den 36-Jährigen verhören wollte, schnitt er sich mit einem Teppichmesser in die Kehle. Wegen des Suizidversuchs kam er ins Krankenhaus. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er unschuldig sei.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der Mann am Montag aus der Klinik entlassen und verhört. Dabei habe er das Geständnis abgelegt. Inzwischen sitzt er in Untersuchungshaft. Wann der Prozess beginnt, stand noch nicht fest. Unklar ist auch, ob er wegen Mordes oder vorsätzlicher Tötung angeklagt werden soll. Auf Mord stehen in Thailand zwischen 15 Jahren und lebenslanger Haft. Die neuen Details könnten nun darauf hindeuten, dass er im Affekt gehandelt hat.