Von Philipp Brendel

   Unter dem Leitmotiv „Pietsch trifft Fontane. Malerei und Literatur“ ist am vergangenen Donnerstagabend im Spreewald-Museum Lübbenau eine Ausstellung eröffnet worden, die auch zukünftig ihre Besucher inspirieren dürfte. Die passende Symbiose zwischen Malerei und Literatur herzustellen, mit dem Ziel den Zuschauer zu begeistern, ist eine hohe Kunst, die mit dieser Ausstellung besonders eindrucksvoll verwirklicht wird. Sie ist dem Berliner Maler und Grafiker Manfred Pietsch und dem Schriftsteller Theodor Fontane gewidmet.

In einer reichhaltigen Eröffnungsfeier, durch den Museumsdirektor Stefan Heinz begleitet, wurde den anwesenden Gästen die Vielfältigkeit der Sichtweisen auf Fontane und Pietsch verdeutlicht. Dabei hoben die Gastredner des Abends, der Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Martin Gorholt (SPD), und der Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze (parteilos), unterschiedliche Aspekte in den Fokus ihrer Betrachtung. Für Gorholt ist es vor allem die  Heimatverbundenheit, die sich in der Interaktion von Texten Fontanes und den Aquarellen Pietschs widerspiegelt. „Beide kannten unser Brandenburg auf ihre Weise.“ Zudem sei die Ausstellung für ihn ein besonderer Auftakt des bevorstehenden Fontane-Jahres 2019, dessen Bedeutung für Brandenburg besonders hervorzuheben sei.

In diese Überzeugung stimmte auch Landrat Siegurd Heinze ein: „Die Ausstellung ist zu Recht eine Würdigung des kommenden Fontane-Jahres 2019.“ Dabei leiste die Ausstellung nicht nur einen Beitrag für den „Touristen-Hotspot Spreewald“, wie auch weitere Angebote in der Region wie die Fontane-Kahnfahrten, durch die jede einzelne zur Würdigung Fontanes und zur Stärkung des regionalen Tourismus’ beitrügen.

Den interessierten Gästen der abendlichen Veranstaltung wurde ebenso ein Einblick in das Leben Fontanes und im Besonderen des Künstlers Manfred Pietsch eröffnet. Hierbei konnte der Kurator der Ausstellung, Jürgen Schneider, aufschlussreiche Einblicke gewähren. Theodor Fontane, der sich beispielsweise auf Kahnfahrten durch den Spreewald inspirieren ließ, war wiederum für Pietsch eine inspirierende Quelle seines Schaffens. Mit Fontanes Meisterwerken im Gepäck ging Pietsch, der selbst im brandenburgischen Annahütte aufwuchs, in die Landschaften seiner Heimat und hielt diese als Chronist seiner Zeit fest.

An dieser Stelle verdeutlichte Schneider, dass der im Jahr 2015 verstorbene Maler brandenburgische Landschaften auch für die Nachwelt durch seine hellen, farbenreichen Aquarelle erhalten hat: „Viele Landschaften, die Pietsch vor dreißig, vierzig Jahren malte, sind heute nicht mehr zu erkennen.“ Hierbei erwähnte Schneider beispielsweise die einschneidenden Einwirkungen des Braunkohlenbergbaus in vorher unberührte Landschaften.

Darüber hinaus versinnbildlichte er die Verbindung zwischen Fontane und Pietsch: „Beide waren Personen, die immer wieder in die Region zurückgefunden haben und hier ihre Inspiration fanden.“ Die den großen beiden Kulturschaffenden Fontane und Pietsch würdige Eröffnung wurde neben diesen spannenden Darlegungen von einer musikalischen Darbietung der besonderen Art begleitet. Der Sohn des Künstlers, Sebastian Pietsch, gab dem Abend mit klassischen wie auch mit eigenen Kompositionen im Stile des Jazz einen heiteren Rahmen.

Mit den Worten Fontanes „Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen“ sind auch  zukünftige Besucher auf eine Reise zwischen Heimatliebe und einem erquickenden Spiel aus Dichtung und Farben herzlich ins Spreewald-Museum Lübbenau eingeladen.

Die Sonderausstellung zu Pietsch und Fontane ist bis zum 24. März im Spreewald-Museum Lübbenau zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 12 bis 16 Uhr.