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Neudöbern beschenkt sich zum Jubiläum selbst

Bürgermeister Roland Schneider sowie Jörg Schlodder und Göran Melke (v. l.) vor den Ahnentafeln an der Fassade des Speichers.
Bürgermeister Roland Schneider sowie Jörg Schlodder und Göran Melke (v. l.) vor den Ahnentafeln an der Fassade des Speichers. FOTO: uhd1
Neudöbern. Im Rahmen des Speicherfestes wurden restaurierte Ahnentafeln der einst ansässigen Herrschaftsfamilie von Thielau enthüllt. uhd1

Ein vor acht Jahren in der RUNDSCHAU vermeldeter "Sensationsfund in Neudöbern" hat am Samstag seinen abschließenden Höhepunkt gefunden. Im Rahmen des jährlichen Speicherfestes wurden drei historische Ahnentafeln der einst ansässigen Herrschaftsfamilie von Thielau enthüllt. Entdeckt wurden die gusseisernen, zentnerschweren Tafeln auf dem Grundstück der Familie Melke, die sich die Herkunft nicht erklären konnte.

Der kürzlich verstorbene Calauer Bäckermeister Otto Rietze wusste zu berichten, dass die drei Tafeln in der früheren evangelischen Kirche von Altdöbern angebracht waren, die 1914 niederbrannte, und nach dem Wiederaufbau keine Berücksichtigung mehr gefunden hatten.

Von 1692 bis 1890 bewohnte ein Teil der Familie von Thielau das Rittergut in Neudöbern, dem die gräfliche Familie von Pourtalés folgte. Nach der Restaurierung der Ahnentafeln sind diese mit Sicherheitsglas versehen und an der Außenfassade des historischen Speichers angebracht worden.

"Unser Dank gilt der Montagebau Mertsching GmbH (Rettchensdorf) und den Familien Melke (Neudöbern) und Schlodder (Altdöbern), die sich für das Bergen und Sichern der 1,70 mal 0,90 Meter großen Platten verantwortlich zeichneten", so Roland Schneider bei der offiziellen Enthüllung. Besucher des Speicherfestes entführte der Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal in die Historie des Dorfes, das dieses Jahr auf die erste urkundliche Erwähnung vor 640 Jahren zurückblickt. So gesehen hat sich Neudöbern zum Jubiläum mit den restaurierten Ahnentafeln das schönste Geschenk bereitet.

Mit Johanna Caroline Eleonore von Thielau lebte eine regional bekannte Persönlichkeit in Neudöbern. Ihre Tagebauaufzeichnungen aus dem Jahr 1813 gelten als bedeutendes Dokument aus der Zeit der napoleonischen Befreiungskriege. Während der Kriegsereignisse werden die fünf Kinder mit ihrer Erzieherin nach Straupitz geschickt, während die Mutter auf Neudöbern verbleibt und den Kinder über den Fortgang der Ereignisse in Tagebuchaufzeichnungen berichtet.