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| 17:25 Uhr

Ende gut, alles gut
„Nervensäge“ und gute Seele verlässt das Rathaus

Auch Karikaturist Reiner Schwalme verabschiedete sich herzlich und mit – selbst gefertigtem – Präsent von Elisabeth Jente.
Auch Karikaturist Reiner Schwalme verabschiedete sich herzlich und mit – selbst gefertigtem – Präsent von Elisabeth Jente. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Mit Elisabeth Jente verliert die Lübbenauer Stadtverwaltung eines ihrer bekanntesten Gesichter.

Das Lübbenauer Rathaus verliert eines seiner bekanntesten Gesichter. Elisabeth Jente, unter anderem seit vielen Jahren Ausländerbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte und Veranstaltungskoordinatorin, geht in den Ruhestand und hat sich kürzlich auf gebührende Weise von vielen treuen Weggefährten verabschiedet.

Um die 120 Eingeladene kamen nicht nur aus Lübbenau und Umgebung ins Gleis 3-Kulturzentrum, um der gebürtigen Ungarin, die 1988 in die DDR kam und seit 1991 in der Lübbenauer Stadtverwaltung arbeitet, alles Gute zu wünschen. Auch zwei polnische Delegationen aus Swidnica und Nowogrod Bobrzanski fanden den Weg nach Lübbenau. Allein das war schon Ausdruck größter Wertschätzung für die gute Seele und das soziale Gewissen des Lübbenauer Rathauses. Zu schweigen von dem Berg an Geschenken, der sich auf ihrem Gabentisch aufhäufte.

Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) zählte in seiner Dankesrede auf, was die Stadt Elisabeth Jente zu verdanken hat. Es sei maßgeblich ihr zu verdanken, dass „wir in Lübbenau keine rechtsextremen und fremdenfeindlichen Auswüchse erleben mussten“. Mithilfe Elisabeth Jentes bildete sich in der Spreewaldstadt früh eine Bürgerinitiative „Buntes Lübbenau“, die sich um die Integration der Neubürger aus den Kriegs- und Krisengebieten verdient gemacht hat und dafür kürzlich von der Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“ ausgezeichnet wurde.

Das Forum gegen rechte Gewalt und Fremdenfeindlichkeit, die Holocaustgedenktage – ebenfalls kaum denkbar ohne die Frau, die nicht immer nur nett war, wie Wenzel schmunzelnd sagte. Ihren Kollegen und Vorgesetzten konnte sie auch „positiv auf den Nerv gehen“, wenn sie mit deren Unterstützung oder Auskünften nicht zufrieden war. Ebenfalls erwähnenswert: ihr „gutes Händchen“ für interessante Ausstellungen unter anderem im Rathaus.

Was Elisabeth Jente nun tun wird als Ruheständlerin? Etwas, das mit Ruhestand nicht viel zu tun hat: für einige Wochen in die USA reisen, wo bald ihr Sohn heiraten wird.