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| 02:32 Uhr

Nazis beschmieren in Lübbenau Bahnhofstunnel und Kulturzentrum

Lübbenau. Hakenkreuze, SS-Runen, judenfeindliche Worte, Codes der Szene: In der Nacht zum Donnerstag haben Neonazis erneut eine Schmier-Spur ihrer ebenso verqueren wie gefährlichen Weltsicht in Lübbenau hinterlassen. Beschmiert wurden diesmal der Bahnhofstunnel sowie Teile des Kulturzentrums Gleis 3, der Energieweg, die Agentur für Arbeit sowie ein Imbiss in der Straße des Friedens. Jan Gloßmann

Die meisten Schriftzüge ähneln denen, die in der Nacht zum Dienstag in Lübbenau auftauchten. Daher verzichtet die RUNDSCHAU, am Dienstag ebenfalls attackiert, darauf, Fotos zu zeigen. Diesmal wird zudem unverhohlen zur Wahl der rechtsextremen NPD bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag aufgerufen.

"Ich hoffe, dass die Wähler am Sonntag solchem Gedankengut eine deutliche Antwort geben und demokratisch wählen", sagte Landrat Siegurd Heinze (parteilos) am Donnerstag.

Ob Täter gefunden werden, ist unklar. Zumindest wertet die Polizei Bilder aus, die von den Überwachungskameras im Bahnhofstunnel aufgenommen worden sind. Ergebnisse liegen noch nicht vor, erklärte die Sprecherin der Direktion in Cottbus, Ines Filohn. Der Staatsschutz ermittle mit der gebotenen Sorgfalt.

In Lübbenau sind in den vergangene Tagen mehrere Jugendliche beobachtet worden, die T-Shirts mit dem Aufdruck "Label18" trugen. Dieser Schriftzug ist bei den Schmierereien verwendet worden; die "18" steht in der Szene für Adolf Hitler.

Die Stadtverwaltung hat wegen der erneuten Schmierereien Anzeige erstattet. Man gehe davon aus, dass die Neonazis oder ihre Trittbrettfahrer zumindest bis Sonntag kaum Ruhe geben werden. Vorsorglich wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet, um in der Touristen-Hochburg vor allem am Wochenende solche Schriften zügig entfernen zu können.