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| 11:17 Uhr

Naturschutz-Arbeit in Gefahr

Lübbenau. Dem Biosphärenreservat Spreewald drohen nach Aussage von OSL-Kreistagsmitglied Klaus Westerberg (SPD) drastische Personaleinschnitte. Demnach sei es möglich, dass die Landesbehörde bis zum Jahr 2009 etwa zehn seiner 17,5 Planstellen einbüßt. Das Brandenburger Umweltministerium bestätigt Stellenverluste in den kommenden Jahren, möchte jedoch noch keine Zahlen nennen. Von Sascha Klein

Die drei Spreewald-Landkreise Oberspreewald-Lausitz (OSL), Dahme-Spreewald (LDS) und Spree-Neiße müssen offenbar langfristig um die Arbeitsfähigkeit des Biosphärenreservats Spreewald bangen. Wie der Calauer Klaus Westerberg, Vorsitzender des OSL-Kreisentwicklungsausschusses sagte, plant die Brandenburger Landesregierung, im Zuge der Umstrukturierung des Umweltministeriums auch beim Biosphärenreservat massiv Stellen zu streichen. Westerberg beruft sich bei seinen Aussagen auf politische Kreise in Potsdam. "Angedacht ist, bis 2009 die Stellen von zurzeit 17,5 auf zehn zu reduzieren", betonte Westerberg gestern gegenüber der RUNDSCHAU. "Wenn das so kommt, wäre kaum noch sachkundiges Personal vor Ort", sagte er. Der SPD-Mann ist sich sicher, dass in diesem Falle viele Projekte, die das Biosphärenreservat im Moment im Spreewald organisiert und leitet, wegbrechen könnten. Das Reservat, das dem Landesumweltamt (LUA) untersteht, ist bei vielen Naturschutzprojekten zwischen Burg und dem Neuendorfer See bei Alt Schadow federführend, zum Beispiel beim Gewässerrandstreifenprojekt, beim Vertragsnaturschutz sowie beim ökologischen Landbau. Ebenso engagiert ist das Biosphärenreservat bei der Verbindung von Tourismus und Naturschutz sowie in der Umweltbildung. "Wir wollen zeigen, dass Schutz und Nutzung eine Einheit sind", sagt Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservats mit Sitz in Lübbenau. Zu den drohenden Stellenkürzungen in seinem Hause sagt Nowak nur: "Dazu möchte ich mich jetzt nicht äußern." Klaus Westerberg jedoch sieht die Arbeitsfähigkeit der Spreewälder Naturschützer in Gefahr. Er kann sich sogar vorstellen, dass die gesamte Reservats-Verwaltung in die neue Außenstelle des LUA nach Cottbus verlegt werden könnte. "Dann wären die Aufgaben nicht mehr vor Ort, sondern würden per Schreibtisch von Cottbus aus erledigt", betont Westerberg. Dem widerspricht Dr. Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Brandenburgischen Umweltministeriums in Potsdam: "Die Verwaltung wird immer in der Region Spreewald sitzen", erklärt er. Zu einem möglichen Umzug nach Cottbus sagt Schade: "Das kann ich definitiv ausschließen." Schade bestätigt jedoch die Umstrukturierungen im Landesumweltamt: "Bis 2009 soll sich die Anzahl der Beschäftigten von 1118 auf 916 verringern." Betroffen wäre dann wahrscheinlich auch das Biosphärenreservat Spreewald. "Dort werden jedoch keine Stellen gestrichen, nur umgesetzt", so Schade. Das Ministerium wolle Doppelzuständigkeiten auflösen. So soll laut Schade der Vollzug beim Wasser- und Naturschutz dem LUA in Cottbus zugeordnet werden und der Vollzug bei der Forst dem Amt für Forstwirtschaft in Lübben. Westerberg möchte die Kreistage der drei betroffenen Kreise animieren, eine Willensbekundung für das Biosphärenreservat abzugeben. Erste Gespräche habe es bereits gegeben. Wie der Calauer sagt, könnten die Parlamente im Januar darüber befinden.