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| 02:47 Uhr

Naturparke bemühen sich gemeinsam um das Auerhuhn

Udo Winde, Geschäftsführer des Fördervereins Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (l.) nimmt die Glückwünsche von Udo List (Mitte), kommissarischer Leiter des benachbarten Naturparks Niederlausitzer Landrücken und des Kuratoriumsleiters, Detlef Höhl (r.) entgegen. Gewürdigt wurde der Einsatz für die Wiederansiedlung der Auerhühner und naturparkübergreifende Ausrichtung.
Udo Winde, Geschäftsführer des Fördervereins Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (l.) nimmt die Glückwünsche von Udo List (Mitte), kommissarischer Leiter des benachbarten Naturparks Niederlausitzer Landrücken und des Kuratoriumsleiters, Detlef Höhl (r.) entgegen. Gewürdigt wurde der Einsatz für die Wiederansiedlung der Auerhühner und naturparkübergreifende Ausrichtung. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Luckau/Calau. Dass in diesem Jahr einer der beiden Naturparkpreise des Naturparks Niederlausitzer Landrücken (NPNL) in den benachbarten Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft entführt wurde, ist ebenso außergewöhnlich wie das preisgekrönte Projekt selbst. Das Kuratorium NPNL würdigte Aktionen eines Fördervereins, der sich der Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Niederlausitz verschrieben hat. U. Hegewald/uhd1

"Wir sind besonders erfreut, vom Kuratorium eines benachbarten Naturparks ausgezeichnet zu werden", bedankte sich Udo Winde während der kürzlich erfolgten Preisverleihung. Für das Team um den Geschäftsführer vom Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft dürfte die Würdigung jedoch nicht völlig überraschend gekommen sein. Beide Naturparkverwaltungen und begleitende Interessengruppen arbeiten seit langer Zeit eng zusammen, auch hinsichtlich der Vorhaben, Auerhühner in unsere Region zurückzuholen. "Es handelt sich um ein Pilotprojekt, in dem wir erfahren wollen, ob und wo sich entsprechende Lebensräume befinden und ob diese von den scheuen Tieren angenommen werden", erklärt Udo Winde. "Uns ist bewusst, dass wir einen langen Atem benötigen, aber wir sind optimistisch", lässt das Vorstandsmitglied des Fördervereins Zuversicht anklingen.

Diese holen sich die Auerhuhn-Experten aus der Tatsache, dass die schönen, scheuen und schützenswerten Tiere einst als Charaktervogel der Lausitz galten, insbesondere in beerenstrauchreichen Kiefernheiden und Traubeneichenwäldern.

1998 soll eine letzte Henne in der Rochauer Heide gesichtet worden sein. Die Akteure des Pilotprojektes sahen sich aufgrund dieses Nachweises bestätigt, neben der Liebenwerdaer Heide auch in der Rochauer Heide Auerhühner auszuwildern - zuletzt allesamt aus Schweden importierte Wildtiere. Mit den beiden Gebieten gibt es zwei Projektschwerpunkte des Pilotprojektes. Die Rochauer Heide liegt im Naturpark Niederlausitzer Landrücken, was die Zusammenarbeit der Interessengruppen vertiefte. Aufgrund der Bestückung aller Tiere mit Sendern konnten Bewegungen und Standorte der größten Hühnervögel Europas lokalisiert werden. So zog es eine Henne sogar bis in den Raum Bronkow (Amt Altdöbern).

Ob sich das Auerhuhn aufgrund seiner naturparkübergreifenden Rolle als Wappentier eines gemeinsamen Biosphärenreservates eignet, lässt Udo Winde offen: "Es macht wenig Sinn, diesbezüglich etwas zu überspitzen", bemerkt er. Wann und ob es zu einem Verschmelzen der Naturparke Niederlausitzer Landrücken und Niederlausitzer Heidelandschaft zu einem geschlossenen Biosphärenreservat kommt, hänge von vielen Faktoren und dem Ergebnis des Antragsverfahrens ab. 2014 endet die Förderperiode für das Auerhuhn-Projekt, in dem Naturschützer, Förster, Jäger und private Waldbesitzer mitwirken und für die die Akteure Akzeptanz und Anerkennung ernten.

Dass dem Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft der Naturparkpreis von Weggefährten aus der Nachbarschaft verliehen wurde, werten die Vereinsmitglieder als Bestätigung und Anerkennung für ihre Arbeit und auch als antreibendes Signal, die Rückkehr der Auerhühner nicht aus den Augen zu verlieren.

Zum Thema:
Die ausgewilderten Auerhühner bewegen sich in ihren Territorien, können sich aber auch außerhalb der Schwerpunktgebiete aufhalten. Informationen darüber erbitten Frank Raden (mobil: 0152 26431728) oder Lars Thielemann (Tel.: 035341 61516 oder mobil: 0172 3040924).