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Naturfreunde fischen sieben Säcke Müll aus Vetschauer Fließ

Tarek Zait und Stefan Schön bei der Aufräumaktion im derzeit ausgetrockneten Gröditzer Fließ.
Tarek Zait und Stefan Schön bei der Aufräumaktion im derzeit ausgetrockneten Gröditzer Fließ. FOTO: Lisa-Marie Willhausen
Vetschau. Fünf Helfer verschiedener Generationen und verschiedener Nationalitäten haben sich am Samstag zusammengefunden, um das Göritzer Mühlenfließ in Vetschau zu reinigen. Wenigstens einen Abschnitt davon. red/dpr

Wie Mitstreiterin Lisa-Marie Willhausen, 16-jährige Schülerin aus Vetschau informiert, wurden auf 400 Meter Fließlänge sieben 120-Liter-Säcke gefüllt. Hauptsächlich Folien und anderes Verpackungsmaterial wurde aus dem trockenliegenden Wasserlauf herausgeklaubt. Aber auch viele Flaschen, Autoreifen und ein Bettgestell fand man dort wild entsorgt. Wahrscheinlich sei die Lage des Fließes zwischen Autobahn und Eisenbahnbrücke ungünstig. "Jedenfalls waren wir erstaunt über die Mengen an Müll," so Lisa-Marie Willhausen.

Außer ihr halfen auch der Syrer Tarek Zait, 26-jähriger anerkannter Flüchtling aus Vetschau, beim Aufräumen sowie der Vetschauer Tierarzt Stefan Schön vom Nabu-Regionalverband Calau, zugleich Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. "Mit mehr Helfern hätten wir einen längeren Bereich beräumen können", so Stefan Schön. In dem teilberäumten Fließ werde voraussichtlich bald wieder Wasser stehen. Im Fließ bei Koßwig steige das Nass jetzt schon wieder trotz ausbleibenden Regens, da bei Saßleben die Pumpe zur Feldbewässerung abgebaut ist. Aktionen, wie die am Wochenende sollen fortgesetzt werden, heißt es. Das Göritzer Mühlenfließ sei vermutlich aufgrund massiver Wasserentnahme am Oberlauf ausgetrocknet, so Stefan Schön weiter.

Das Göritzer Mühlenfließ entspringt in der Niederung bei Werchow, führt das Wasser aus dem Raum Calau, Saßleben, Koßwig und Belten zum Spreewald und mündet dort in die Radduscher Kahnfahrt. Es hatte einst sogar eine Wassermühle betrieben. Regelmäßig brütete der Eisvogel an dem Bach. Der Wasserlauf ist nunmehr jedoch ebenfalls vom Ockerproblem betroffen. Dabei erhält es den größten Teil der Eisenockerfracht nach Angaben des Aktionsbündnis Klare Spree aus dem Oberlauf der Kleptna im Bereich der Außenhalde Buckow. Das Bündnis fordert ein Absatzbecken. Doch derzeit lasse die Planung dafür noch auf sich warten.