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| 14:39 Uhr

40 Kameraden im Einsatz
Brandunglück schockt Mieter in Lübbenau

 Völlig ausgebrannt ist die Wohnung in der Geschwister-Scholl-Straße in Lübbenau nach dem Brand in der Nacht zum Freitag. Der Bewohner kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.
Völlig ausgebrannt ist die Wohnung in der Geschwister-Scholl-Straße in Lübbenau nach dem Brand in der Nacht zum Freitag. Der Bewohner kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. FOTO: Philipp Brendel
Lübbenau. In Lübbenau brennt eine Wohnung in der Geschwister-Scholl-Straße komplett aus. Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen. Vermieter stellt Gästewohnungen zur Verfügung. Von Rüdiger Hofmann und Philipp Brendel

Es ist kurz nach Mitternacht, als die Kameraden der Feuerwehr Lübbenau zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in die Geschwister-Scholl-Straße 30 in Lübbenau gerufen werden. Eine Wohnung im fünften Obergeschoss steht in Flammen. Vor Ort bestätigt sich das Szenario.

Mit insgesamt 40 Kameraden rücken die Freiwilligen Feuerwehren von Lübbenau, Boblitz, Zerkwitz und Krimnitz zum Unglücksort aus. Begleitet werden sie von mehreren Rettungswagen, einem Notarzt und der Polizei. Auch der Vermieter, die Gemeinschaftliche Wohnungsbaugenossenschaft Lübbenau (GWG), ist vor Ort.

„Wir haben dann den kompletten Aufgang abgesperrt und alle Bewohner evakuiert“, sagt Lübbenaus Ortswehrführer André Schulze. Die Brandbekämpfung wurde über die Drehleiter und den Treppenaufgang mit jeweils einem Trupp unter Atemschutz durchgeführt.

In der Brandwohnung lebt laut GWG ein Einzelmieter. Er muss – neben drei weiteren Mietern des Aufgangs – mit Verdacht einer Rauchgasvergiftung und Atemwegsreizungen in das Krankenhaus eingeliefert werden. Das bestätigt die Polizei. Sonst wird niemand verletzt.

Wie die RUNDSCHAU in Erfahrung bringen konnte, sei durch die große Umsichtigkeit einer jungen Frau, die in dem Aufgang wohnt, Schlimmeres verhindert worden, da sie zügig den Notruf wählte. Insgesamt dauert die Brandbekämpfung durch die Kameraden fast zwei Stunden.

Eine Anwohnerin der Rudolf-Breitscheid-Straße wird Augenzeugin des Feuers. „Ich habe eine große aufsteigende Rauchsäule gesehen“, so die Frau. Sie selbst ist auch schon von einem Brand in ihrem eigenen Wohnhaus betroffen gewesen, als sie noch in der Alexander-von-Humboldt-Straße gewohnt hat. Dort sei es durch die Brandstiftung einer psychisch kranken Frau zu einem fatalen Kellerbrand gekommen. „Solche Brände sind immer sehr schlimm, und zwar für alle Hausbewohner, da es ja auch zu Wasserschäden in den anderen Wohnungen kommt“, sagt sie.

Kriminaltechniker haben am Freitag die Arbeiten zur Ursachenermittlung aufgenommen. Nach jetzigem Stand könne wohl ein technischer Defekt ausgeschlossen werden, teilt die GWG mit. „Die Wohnung ist kürzlich erst einer technischen Revision unterzogen worden“, so der Vorstand. Der Vermieter wolle nun alles daran setzen, dass die Mieter bald wieder angemessen in ihren Wohnungen leben können.

Zwei Wohnungen sind nach dem Brand derzeit nicht mehr bewohnbar, so die Polizei. Die Brandwohnung und die Wohnung darunter – auch bedingt durch Schäden vom Löschwasser. Alle anderen Mieter können in ihre Wohnungen zurück. „Wir haben aber den Betroffenen selbstverständlich sofort Gästewohnungen zur Verfügung gestellt“, teilt die GWG mit. Die genaue Schadenshöhe ist derzeit noch unbekannt.

 Die ausgebrannte Wohnung ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Die Wohnung darunter hat Wasserschäden davongetragen.
Die ausgebrannte Wohnung ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Die Wohnung darunter hat Wasserschäden davongetragen. FOTO: Philipp Brendel