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| 17:43 Uhr

Hundemord in Raddusch
Hund Balu in Raddusch erschossen

Silvio Trautmann trauert um Balu, seinen Labrador-Berner-Sennenhund-Mischling. Der Hund ist Anfang der Woche von einem Unbekannten mit einer Druckluftwaffe erschossen worden. Nun hat Silvio Trautmann ein Grab für seinen Liebling angelegt.
Silvio Trautmann trauert um Balu, seinen Labrador-Berner-Sennenhund-Mischling. Der Hund ist Anfang der Woche von einem Unbekannten mit einer Druckluftwaffe erschossen worden. Nun hat Silvio Trautmann ein Grab für seinen Liebling angelegt. FOTO: Peter Becker
Raddusch . Nach Giftanschlag auf Katzen in Vetschau sorgt ein neues Tierdrama für Entsetzen. Von Peter Becker und Rüdiger Hofmann

Balu war ein fröhlicher Labrador-Berner-Sennenhund-Mischling. Auf dem umfriedeten ehemaligen Bauernhof im Vetschauer Ortsteil Raddusch hatte er ein schönes, artgerechtes Leben. Es endet in dieser Woche abrupt.

Obwohl Zäune und Mauern vorhanden sind, schafft es der dreijährige Rüde am Montag, auszubüxen, teilt sein Besitzer Silvio Trautmann mit. Üblicherweise kehrt Balu auch bald in seine gewohnte Umgebung zurück. Doch an diesem Tag schafft es der Hund nicht: Hundert Meter vor seinem Zuhause bricht Balu röchelnd auf dem Bürgersteig zusammen. Anwohner informieren Silvio und Camilla Trautmann. Sie tragen Balu nach Hause, sein Zustand verschlechtert sich. „Aufgrund der entdeckten Wunden haben wir Balu dann zum Tierarzt gebracht“, so die Trautmanns.

Dort kann nichts mehr für ihren Liebling getan werden, der Blutverlust ist zu hoch. Tierarzt Bernd Paulenz findet ein Geschoss, ein Spitz­diabolo, im Körper des Tieres. „Es hat zuvor den Bauchraum durchquert, nahe der Niere eine Arterie zerfetzt und blieb dann in einer Rippe stecken“, so Paulenz. Mit einer Kollegin versucht er zweieinhalb Stunden, das Leben von Balu zu retten. Vergebens. Der Hund stirbt an der inneren Blutung.

Balu (vorn) mit seinem Spielgefährten Hugo. Hugo muss nun allein durch die Felder streifen.
Balu (vorn) mit seinem Spielgefährten Hugo. Hugo muss nun allein durch die Felder streifen. FOTO: privat

„Wer macht so etwas?“, fragt Silvio Trautmann. „Irgendjemand muss im Besitz einer Druckluftwaffe sein und muss doch etwas gesehen haben“, so der verzweifelte Hundebesitzer. Die Waffe kann nur aus nächster Nähe abgeschossen worden sein, anders ist die hohe Durchschlagskraft nicht zu erklären. Druckluftwaffen sind Schusswaffen, die einen Schuss entweder durch Anwendung komprimierter Luft, Gasdruck oder Federdruck abgeben.

„Man muss zwischen erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen Waffen unterscheiden“, sagt Matthias Naucke von der Waffenbehörde des Polizeipräsidiums Potsdam. So fallen Druckluftwaffen mit einer Geschossenergie unter 0,5 Joule nicht unter das Waffengesetz und sind frei erhältlich. Beträgt ihre Geschoss-
energie zwischen 0,6 und 7,5 Joule, handelt es sich um erlaubnisfreie Waffen, die uneingeschränkt an Volljährige verkauft werden dürfen. Liegt die Geschoss-
energie über 7,5 Joule, handelt es sich um erlaubnispflichtige Druckluftwaffen. „Für Erwerb und Besitz muss eine Waffenbesitzkarte vorliegen“, sagt Naucke.

Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) ist schockiert. „Offenbar schrecken böse Straftäter vor nichts zurück. Eine furchtbare und völlig sinnlose Tat, die es zu ahnden und konsequent zu bestrafen gilt“, so Kanzler. Tierquälerei steht als schwere Straftat im Strafgesetzbuch und ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. „Ich hoffe, dass es sachdienliche Hinweise gibt und Beweise gesichert werden, die zur Ergreifung und Verurteilung der oder des Täter/s führen.“ Ähnliche Vorfälle, bei denen Tiere mit Druckluftwaffen abgeschossen wurden, sind weder der Stadtverwaltung noch der Polizei bekannt. Wie viele Bürger in Vetschau im Besitz einer Druckluftwaffe sind, ist unklar.

Silvio Trautmann weiß, dass sein Hund nicht mehr wiederkehren wird. Vielleicht kann aber anderen Tieren das Leben gerettet werden, wenn dem Täter oder den Tätern eine gerechte Strafe widerfährt. „Ich bitte um sachdienliche Hinweise und setze eine Belohnung aus“, so Trautmann. Er hat nach dem Vorfall Anzeige gegen Unbekannt erstattet – was die Polizei bestätigt – und will die Ermittlungen unterstützen.

Hinweise können an Silvio Trautmann unter 0162 3867322 gegeben werden.