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"Nach Hause, nach Hause geh'n wir nicht"

KCA: Der Karnevalclub Altdöbern war am Sonntag beim "Zug der fröhlichen Leute" durch die Cottbuser Innenstadt dabei.
KCA: Der Karnevalclub Altdöbern war am Sonntag beim "Zug der fröhlichen Leute" durch die Cottbuser Innenstadt dabei. FOTO: Michael Helbig
Lübbenau/Calau. Mit dem Prinzenpaar, Elferrat und den spritzig tanzenden Funkengarden feierten im Einkaufscenter Kolosseum über 100 Lübbenauer Jecken die fünfte Jahreszeit. Ihre 47. Session stand unter dem Motto "Helden der Kindheit". In Calau tobte der närrische Wahnsinn in der Stadthalle. Das Publikum feierte den CCC mit stehenden Ovationen. Bernd Marx und Matthias Nerenz / bdx1/mnn1

Wenn gefeiert wird, dann aber richtig, sagten sich die Lübbenauer Jecken. Mit überraschenden Showeffekten und mitreißenden Tanzpolonaisen wurden alle Register des Frohsinns und der Heiterkeit gezogen. Als Punkt 20.11 Uhr die über 100 Mitglieder und Freunde des LKC mit Banner, Glitzer, Flitter und Festmusik einzogen, begann ein mehrstündiger Lach- und Spaßmarathon. Aus allen Himmelsrichtungen strömten Clowns und Ritter, Kapitäne und Seeräuber, Supermänner und Zauberfeen in den Festtempel. Unter den Kostümierten waren Ronny Rinka und Andrea Esztergoni. "Meine Tochter Lilli Sophie ist bei den Mini-Funken dabei, da wollen wir uns ihre Tanzshow ansehen", so der 34-Jährige, der sich als Popeye verkleidet hatte.

Obwohl die abendliche Karnevalsmacht fest in den Händen des Prinzenpaares Ihrer Lieblichkeit Astrid I. und seiner Herrlichkeit Thomas IV. sowie dem Kinderprinzenpaar Laura I. und Ingve I. lag, überließ man dem bekannten Fernsehstar Willi Schwabe, alias Guido Lerch, mit seiner Rumpelkammer und Laterne die Leitung des Showprogramms.

Einige Musikakkorde später versetzten die Funkengarde, die Mini- und Teeniefunken, die Schlümpfe, Funkenmariechen Maxi Müller, Hupfdohlen und die "Zuckagurk'n" mit ihren Auftritten die Narren im Festsaal in Verzücken. Das schnelle Spiel-Show-Programm gefiel dem Publikum. Donnernder Applaus begleitete jedes neue Bühnenbild, die Pointen und Tanzteile. Mit Esprit präsentierten sich Max (Torsten Schulz), Moritz (Luise Jank), Witwe Boldt (Betty Schulz) und Onkel Fritz (Anke Lauschke). "Einfach toll, was die Lübbenauer Karnevalisten wieder auf die Beine gestellt haben", meinte die 26-jährige Bürokauffrau Stephanie Schuldt, die ihre Bürokleidung gegen ein Marienkäfer-Kostüm eingetauscht hatte.

"Lübbenau ist mit Fug und Recht eine Hochburg des Karnevals im Land Brandenburg", so die 33-jährige zahnmedizinische Fachangestellte Monique Kneip. Diese Worte fanden ihren Weg auch zu Centermanager Konrad Wachsmuth. "Wir spüren, dass die vielen Karnevalsfeste in unserem Haus sehr gut ankommen", so der Geschäftsmann mit der knallroten Pappnase. Die Karnevalisten sangen beim anbrechenden Sonnenaufgang gemeinsam: "Nach Hause, nach Hause, nach Hause geh'n wir nicht".

Stehende Ovationen in Calau

Der Calauer Carneval Club (CCC) wurde am Samstag mit stehenden Ovationen und Zugabe-Rufen gefeiert. Und das war kein Wunder, denn Elvis, die Blues Brothers, das Musical Grease aber auch Lady Gaga oder der Wolf und die sieben Geißlein versüßten den Abend. Und das alles in einer Perfektion, die ihresgleichen sucht. "Unsere Auftritte wurden schon seit April vorbereitet. Die Frauengarde übt zweimal pro Woche. Das heißt, wenn wir diese Karnevalszeit beendet haben, geht es gleich wieder im April weiter. Wir sind mittlerweile mehr als 110 Mitglieder und haben viel Unterstützung", sagte Vorsitzender Frank Hering. Das beste Kostüm hatte an diesem Abend der Calauer Hartmut Becker alias Elvis. Natürlich durften neben den Petticoats auch nicht die passenden Fahrzeuge fehlen. Auf zwei Kleinkrafträdern SR2 aus den Jahren 1957 bis 1959 wurden die Tänzerinnen und Tänzer der gemischten Garde mit ihren Petticoats in den Saal gerollt.

"Die Veranstaltung war heute restlos ausverkauft und auch der Kinderfasching und der Seniorennachmittag wurden sehr gut angenommen. Zum Rosenmontag haben wir noch wenige Karten an der Abendkasse. Außerdem würdigen wir alle Helfer, Partner und Sponsoren an diesem Abend. Wir sind gespannt, ob sich nächste Woche das Kinderparlament noch treffen wird", sagte Frank Hering.