ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:33 Uhr

Erst Spreewaldkrimi, nun Tagung
CSI Lübbenau: Forensiker rekonstruieren Tatort

Kriminaltechniker der Polizei untersuchen einen gesprengten Geldautomaten in Dahme-Spreewald. Wie Tatorte rekonstruiert werden, können Interessierte auf der Forensik-Tagung am Wochenende in Lübbenau erfahren.
Kriminaltechniker der Polizei untersuchen einen gesprengten Geldautomaten in Dahme-Spreewald. Wie Tatorte rekonstruiert werden, können Interessierte auf der Forensik-Tagung am Wochenende in Lübbenau erfahren. FOTO: dpa-Zentralbild / Patrick Pleul
Lübbenau. Forensiker kommen am Wochenende in Lübbenau zur Jahrestagung in der AWO-Touristenstation zusammen. Von Rüdiger Hofmann

Nachdem in der vergangenen Woche in Lübbenau und Umgebung Dreharbeiten zum neuen Spreewaldkrimi stattgefunden haben (die RUNDSCHAU berichtete), kann man an diesem Wochenende nun eine digitale Tatort-Rekonstruktion in der Stadt erleben. Zum dritten Mal findet die Jahresveranstaltung „Forensic, Sciences and Engineering“ für Kooperationspartner, das Alumni-Netzwerk und den Berufsverband der unabhängigen Forensiker  statt. Darüber informiert Dirk Marx von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus - Senftenberg. Zentraler Veranstaltungsort ist die AWO „Touristenstation“ in Lübbenau, Dammstraße 72. Die Verantwortung seitens der BTU liegt in den Händen der Fakultät 5 – Wirtschaft, Recht und Gesellschaft; Lehrstuhl für Zivil- und Öffentliches Recht mit Bezügen zum Umwelt- und Europarecht. Professor Eike Albrecht hat dabei den Hut auf.

Samstag ab neun Uhr gibt zunächst Professor Wolfgang Spyra eine Einführung in die Kriminalistik, anschließend folgen Ausführungen zur forensischen Analytik von Professor Thomas Fischer (ab 10.30 Uhr). „Ergänzend führen wir erstmals am Samstagnachmittag eine Vorlesungsreihe im Schloss Lübbenau durch, wo bekannterweise der Spreewaldtatort ein und ausgeht“, sagt Marx. Die Lehrvorträge „Forensic meets the public“ sind dann Bühne für Newcomer und Profis. Um 16 Uhr werden sich Professor Dirk Labudde und Michael Spranger zur „digitalen Tatort-Rekonstruktion“ äußern. Spuren sammeln, analysieren, fotografisches Gedächtnis bemühen, den Tathergang nachstellen. Spannend wird es in jedem Fall, so Marx.

Weitere Themenschwerpunkte am Samstagnachmittag reichen über die forensische Medizin und IT-Infrastruktur bis zur forensischen Archäologie. Außerdem stellen sich die Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik und eine Polizeihundeführerin vor. Einer der Höhepunkte wird sicher auch der Vortrag über „CSI in Europa“ sein, verspricht der Veranstalter. Genauso professionell Spuren lesen, wie die Ermittler aus der amerikanischen Krimi-Serie „CSI“ – wenn die Forensiker zusammen kommen, bleiben diese Parallelen nicht aus.

Sonntag ab neun Uhr stellt sich das neue Semester vor. Ab zehn Uhr finden Workshops zu verschiedenen Themen statt. „Im Kern geht es um die Entwicklung von Fortbildungskonzepten, Potenziale der Forensik, Gutachten und die Spurenverdichtung als eine die Tat überführende Beweisführung sowie die Kooperation mit dem Landeskriminalamt Berlin“, teilt der Veranstalter mit.

„Die vergangenen zwei Jahresveranstaltungen 2016 in Lübbenau und 2017 in Lech am Arlberg in Österreich waren ein großer Erfolg und haben gezeigt, welches Potenzial im Studiengang „Forensic Sciences and Engineering“ der BTU Cottbus-Senftenberg steckt“, so Dirk Marx. Er betont, dass man durch diese Veranstaltungen trockene Theorie in actionreiche Praxis verwandelt. Die regelmäßigen Stammtische, die Ringvorlesung „Der Tat auf der Spur“ 2016 und 2017 und die Teilnahme an der Nacht der kreativen Köpfe in den vergangenen zwei Jahren seien Höhepunkte im Studiengang.