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| 02:47 Uhr

Nach dem Klau von 47 Kälbern: Frust und Zorn in Groß Beuchow

Halb leer: Der Stall, aus dem die Beuchower Kälber gestohlen wurden. Die zurückgebliebenen Tiere waren wohl zu schwer.
Halb leer: Der Stall, aus dem die Beuchower Kälber gestohlen wurden. Die zurückgebliebenen Tiere waren wohl zu schwer. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Der Kälberstall halb leer, Werte von 35 000 Euro verschwunden über Nacht. Bei der Agrargemeinschaft Groß Beuchow herrschen nach dem Diebstahl vom Wochenende Frust und Kopfschütteln. Jan Gloßmann

Geschäftsführer Burghard Magoltz muss sich auch als Psychologe betätigen.

Schock in Groß Beuchow: Unbekannte haben in der Nacht zum vergangenen Sonnabend 47 Kälber aus dem Stall nahe der Autobahn 13 geholt. "Sie müssen die Tiere getragen haben, treiben hätte zu lange gedauert", sagt Burghard Magoltz, Geschäftsführer der Agrargemeinschaft. Jedes Kalb wiege etwa 100 Kilo, sagt der Chef, da "müssen mindestens sieben oder acht Leute da gewesen sein".

Magoltz geht davon aus, dass in der Nacht zum Sonnabend eine "hochprofessionelle Bande" am Werk war, die "von irgendjemandem einen Auftrag hatte". Ein ähnliches Vorgehen vermutete man im September 2013 in Saadow (Gemeinde Bronkow), als 26 Kälber gestohlen worden waren.

Für die Professionalität der Diebe spricht nicht nur, dass sie unerkannt entkamen. Zwar gebe es Kameras, und der Stall war verschlossen. Ein insgesamt 20 Hektar großes Gelände könne man nicht komplett sichern, "da findet sich ein Schlupfloch". Die Täter haben neben den Tieren auch zwei Kälbertränken mitgenommen, regelrecht demontiert. Die Kälber sind in einem Alter, in dem sie zweimal täglich Nahrung bekommen müssen - Milch aus einem Automaten, der für jedes Tier dosiert.

Wer kann ein Interesse an Kälbern haben? Magoltz will öffentlich keine Vermutungen anstellen. "Mit den Tieren kann man einen Bestand aufstocken, ohne die Kosten dafür zu haben." Zudem steige der Wert, es handele sich um Zuchttiere. Die Groß Beuchower dagegen müssen nunmehr von vorn anfangen. Er habe wenig Hoffnung, sagt Magoltz, dass die Kälber nochmal auftauchen oder gar Täter ermittelt werden. "Das ist nicht zu erwarten." Zwar hätten die Kälber Ohrmarken, aber die könnten schnell entfernt werden. Die Versicherung sei informiert. Zudem hofft der Geschäftsführer, dass sich die Stadt Lübbenau kulant zeigt bei der Grundsteuer A und mit Rücksicht auf die Verluste die Forderungen gegebenenfalls stundet.

Magoltz wirkt am Montag gefasst, selbst wenn er sagt: "Wir haben schon viel erlebt, aber so etwas noch nicht." Er versteckt seinen Zorn und die Ohnmacht. Viel mehr Zuspruch brauche jetzt die Pflegerin der Tiere. "Sie hat sie ja aufgezogen, fast wie eigene Kinder."