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| 19:37 Uhr

Tier geköpft und gestohlen
Mysteriöser Rinderklau in Leipe

Die Rinderkoppel von Ilona Konzack nahe der Dubkow-Mühle. Eines der Tiere ist verschwunden. Die Entwicklung des Falls klingt wie ein Krimi.
Die Rinderkoppel von Ilona Konzack nahe der Dubkow-Mühle. Eines der Tiere ist verschwunden. Die Entwicklung des Falls klingt wie ein Krimi. FOTO: Ilona Konzack
Leipe. Die Inhaberin der Dubkow-Mühle vermisst seit August eines ihrer Jungtiere. Gefunden werden konnte nur ein abgetrennter Schädel auf einer Nachbarwiese. Nun fehlt auch dieser. Von Rüdiger Hofmann

Ilona Konzack ist schockiert: Seit August vermisst die Inhaberin der Dubkow-Mühle eines ihrer 15 Rinder. Ein anderthalb Jahre altes Galloway-Rind, 500 Kilogramm schwer. „Jemand muss das Tier im Sommer von unserer Koppel gestohlen haben“, sagt Konzack. Nach dem Verschwinden des Rindes sucht sie die gesamte Umgebung ab: an der Mühle, entlang der angrenzenden Gräben und auf der zehn Hektar großen Koppel. Sie spricht mit Anwohnern, hofft auf Hinweise, doch das Tier, das einen Wert von 2500 Euro hat, wird nie gefunden.

Bis Nachbar Arno Gerz eine unheimliche Entdeckung macht: Der Radduscher besitzt in der Nähe der Dubkow-Mühle auf der gegenüberliegenden Seite der Spree eine Wiese. „Dort habe ich Anfang November einen abgetrennten Tierschädel gefunden“, sagt Gerz. Ein auffälliges, sternenförmiges Merkmal auf dem Schädel lässt auf einen enormen Schlag deuten.

Wenig später bekommt Gerz Besuch von Jäger Frank Dossow aus Schmogrow. Gerz erzählt ihm vom Schädelfund, zumal er vom vermissten Rind der Nachbarin weiß. Gerz und Dossow schauen sich den Fundort noch einmal näher an. Dossow bestätigt: Der Schädel passt sehr wahrscheinlich zum verschwundenen Rind. Darauf ließen  die noch nicht ausgeprägten Backenzähne und die nicht abgenutzte Kau-Fläche schließen. Das deute auf ein etwa anderthalb Jahre altes Tier hin. Mit diesem Wissen informiert Gerz seine Nachbarin.

Für Ilona Konzack ist nun klar: „Die Lage des Kopfes auf der anderen Wasserseite der Koppel beweist, dass ihn jemand dort abgelegt haben muss, denn keine Kuh schwimmt freiwillig durch einen Fluss.“ Ihre Vermutung: Das junge Rind wurde bereits im August getötet, der Schädel abgetrennt und abgelegt, das Fleisch zur weiteren Verwendung gestohlen. Da das Gras im Sommer auf der Wiese von Arno Gerz hoch gewachsen ist, hat dort bis November niemand den Schädel liegen sehen.

„Ich habe nun meinen Nachbarn gebeten, den Kopf vom Fundort zu holen.“ Allerdings: Als Arno Gerz einen Tag später zum Fundort zurückkehrt, ist der Schädel weg. „Ein komischer Zufall. Gerade dann, als er entdeckt wird und wir ihn holen wollten“, sagt Konzack. Sie erstattet Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt. Polizeisprecherin Ines Filohn bestätigt: „Der Straftatbestand des schweren Diebstahls liegt vor, da das Rind von der Koppel gestohlen wurde.“ Ob Tierquälerei oder Wilderei begangen wurden, ergeben die Ermittlungen. Jäger Frank Dossow bestreitet laut Arno Gerz, etwas mit dem Verschwinden des Schädels zu tun zu haben. Dass andere Tiere den Schädel verschleppt hätten, schließen Konzack und ihr Nachbar aus.

Die Inhaberin der Dubkow-Mühle ist von dem Vorfall so aufgewühlt, dass sie eine Belohnung von
1 500 Euro aussetzt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. „Der Fund des Kopfes beweist, dass hier menschliche Hand kriminell im Spiel ist, und ich bin nicht bereit, das zu dulden.“