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| 13:33 Uhr

Mysteriöse Vorfälle in Lübbenau und Umgebung reißen nicht ab
Hundedieb macht weiter Jagd

Thomas Trautmann mit seinem Hovawart. Mehrfach hat ein Unbekannter nun schon versucht, den Hund zu stehlen. Foto:
Thomas Trautmann mit seinem Hovawart. Mehrfach hat ein Unbekannter nun schon versucht, den Hund zu stehlen. Foto: FOTO: Trautmann
Lübbenau/Lübben. Die mysteriösen Hundevorfälle greifen von Lübbenau und Vetschau nun auf Lübben über. Von Rüdiger Hofmann

Die mysteriösen Hundevorfälle, die zunächst in Lübbenau und vor einigen Wochen im Vetschauer Ortsteil Raddusch aufgetreten sind, greifen nun auch auf Lübben über. Thomas Trautmann berichtet über mehrere Versuche des mutmaßlichen Täters, auch seinen Hund, einen Hovawart, vom Grundstück am Dreilindenweg zu stehlen. Während der mutmaßliche Täter in Boblitz und Raddusch Erfolg hatte, gelang ihm in Lübben noch kein Hundediebstahl. Bislang blieb es beim Versuch.

„Es geschah vor etwa zwei Wochen. Mein Hund bellte längere Zeit lautstark. Als ich dann aus dem Fenster sah, wurde er von einer mir unbekannten Person gefüttert.“ Als Trautmann dann rauslief und den Mann zur Rede stellen wollte, flüchtete dieser per Rad. Noch zwei Mal beobachtete Trautmann an diesem Tag den Mann, der das Grundstück und den Hund ins Visier genommen hatte.

Paar Tage später die gleiche Prozedur. Immer wieder taucht der Unbekannte vor dem Grundstück der Trautmanns auf, immer wieder hat er ein Fahrrad dabei, immer wieder versucht er, in Kontakt mit dem Hund zu treten. Thomas Trautmann findet Reste von Leckerli vor seinem Grundstück, kann den Unbekannten sogar einmal verfolgen, aber irgendwann verliert sich die Spur. Bis Trautmann den mutmaßlichen Täter auf der Henry Sander „Three Oak Ranch“ antrifft und zur Rede stellt. „Er wirkte auf mich sehr verstört, sehr ängstlich, hat kaum etwas gesagt. Lediglich beteuert, meinen Hund nicht gefüttert zu haben.“ Das Aufeinandertreffen bleibt im Kern ergebnislos.

Die gute Nachricht für Trautmann: Sein Hund wurde bisher nie gestohlen. Bisher. Die schlechte Nachricht: Seit diesen Vorfällen leben er und seine Familie in Angst. „Unser Tagesablauf gestaltet sich jetzt wie eine 24-Stunden-Pflege. Das ist ein massiver Eingriff in die Persönlichkeit.“ Immer müsse ein Familienmitglied zu Hause beim Hund bleiben. Wenn das nicht geht, werde der Hund im Haus gehalten.

Vermutlich handelt es sich bei den Hundediebstählen in Lübbenau und Vetschau und dem versuchten Diebstahl in Lübben um ein und denselben Täter. „Durch die RUNDSCHAU bin ich auf die dortigen Fälle aufmerksam geworden und habe Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen. Deren Täterbeschreibungen und meine Beobachtungen sind deckungsgleich“, sagt Trautmann.

Eine Sache ist ihm besonders wichtig: „Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, sondern vielmehr das Umfeld sensibilisieren, ein besonderes Auge auf ihre Hunde zu werfen“, warnt Trautmann. Die von ihm beabsichtigte Anzeige wurde von der Polizei nicht aufgenommen. Ohne konkrete Handhabe oder Tat keine Anzeige, heißt es.

Der Lübbener hat inzwischen den Tierschutzverein und einen Tierarzt über die mysteriösen Vorfälle informiert. „Der mutmaßliche Täter muss sich sehr gut mit Hunden auskennen“, sagt Anke Brauer vom Lübbener Tierschutzverein. Dass er es in mehreren Fällen bereits geschafft hat, die Hunde von den jeweiligen Grundstücken widerstandslos mitzunehmen, könne nur durch Leckerli oder gutes Zureden geschehen. „Er baut Vertrauen zu den Hunden auf, spricht mit ihnen, ähnlich wie ein Pferdeflüsterer.“ Große Hunde seien dennoch schwierig mit dem Rad abzutransportieren, aber – wie man an den Fällen in Lübbenau sieht – scheint auch das nicht unmöglich zu sein. Allein der Familie Balko aus dem Ortsteil Boblitz wurde bereits mehrere Male ihr Schäferhund „Ron“ gestohlen, tauchte aber wenig später wieder im Stadtgebiet auf. Was die dortigen Fälle anbelangt, so sind mehrere Anzeigen bei der Polizei eingegangen. Der mutmaßliche Täter ist bekannt. Gegen ihn wurde inzwischen auch ein Verfahren eröffnet, jedoch ist er nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen, heißt es.

Anke Brauer hat den Sachverhalt in ihrer jüngsten Versammlung ihren Tierschutzvereinsmitgliedern mitgeteilt. „Wir müssen nun verstärkt an die Öffentlichkeit“, sagt sie. Für Thomas Trautmann bleibt die Sache unbefriedigend. „Viele Instanzen wissen von dem Menschen, aber niemand nimmt sich ihm an.“