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| 14:47 Uhr

Solisten des Staatstheaters im Konzert
Musikalische Zeitreise in der Gutskapelle Reuden

Dagmar Klauck und Bastian Brewing haben am Sonntag einen Streifzug durch vier Jahrhunderte Musikgeschichte unternommen.
Dagmar Klauck und Bastian Brewing haben am Sonntag einen Streifzug durch vier Jahrhunderte Musikgeschichte unternommen. FOTO: Rüdiger Hofmann
Calau/Reuden. Von Rüdiger Hofmann

Eine außergewöhnliche Instrumentenkombination gab es am Sonntagabend in der Gutskapelle Reuden zu bestaunen. Dagmar Klauck musizierte mit Querflöte gemeinsam mit Bastian Brewing am Fagott. „Bereits zum 14. Mal treten in dieser Reihe Solisten des Philharmonischen Orchesters vom Staatstheater Cottbus hier in Reuden auf“, sagte Renate Uckrow vom Förderverein der Gutskapelle Reuden e.V.

Gut besucht war das kulturhistorische Kleinod zwischen Vetschau und Calau, wo das Duo einen Streifzug durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte wagte. Zu Beginn standen Inventionen aus den Klaviersonaten von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Der Meister des Barock soll ein gespaltenes Verhältnis zum Fagott gehabt haben. „Überhaupt ist es für uns in dieser Instrumentenkombination schwierig, Literatur zum Spielen zu finden“, sagte Fagottist Bastian Brewing, der ursprünglich Oboe erlernen sollte. So bedient sich das Duo oftmals der Cello-Sonaten.

Apropos Cello: Bei der Sonate F-Dur von Mozart imitierte Brewing, der zwischen den Stücken gut als Moderator durch das Programm führte, mit seinem Fagott das Cello. Bemerkenswert sind die zahlreichen Trillerverzierungen der Querflöte im Allegro, während das unterkühlt wirkende Andante im finalen Rondo und einem merklichen Geschwindigkeitsrausch einen beschwingten Abschluss findet.

Pierre-Max Dubois steht als Musiker des 20. Jahrhunderts eigentlich im Zeichen der Zwölftonmusik, entpuppte sich aber als Gegner dieser atonalen Kompositionstechnik. In Petite Suite steht das Melodische und Harmonische im Vordergrund, sehr schön anzuhören, mit einem abrupten Charakterwechsel ins Andante und einem raffinierten Ende vor allem der Querflöte im Allegretto. Flötistin Dagmar Klauck ist eher aus pragmatischen Gründen zur Flöte gekommen. „Es gab bereits acht Klarinettistinnen und mehrere Blechbläser im Ort, da habe ich mich für die Querflöte entschieden“, sagte die mehrfache Preisträgerin von „Jugend musiziert“.

Auch Beethoven durfte an diesem Abend nicht fehlen, jedoch ist es auch hier schwierig, überhaupt Stücke von ihm für die Besetzung Flöte-Fagott zu finden. Beim Duo Nr. 3 gelingt es. Danach folgten noch einmal Bearbeitungen aus den Klaviersonaten von Bach, inklusive eines Menuetts und einer Gavotte – anmutig und graziös.

Jean Françaix gilt als ein König der Komponisten für Fagott. Er wollte Grenzen ausloten und technische Herausforderungen offenbaren. Das machen Brewing und Klauck bei den Impromptus deutlich, bevor sie sich mit einer neu einstudierten Sonatine von Pierre Gabaye verabschieden. „Eine wunderbare Akustik hier in der Gutskapelle – und nicht zu hallig“, lobten beide Solisten den Aufführungsort.