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| 12:32 Uhr

Löschangriff und leuchtende Kinderaugen
Muckwar legt mal wieder vor

Beim Löschangriff nass bewiesen die Feuerwehrmädchen und -jungen, was sie schon alles drauf haben. Um die Besten zu ermitteln, wurden zwei Wertungsläufe angesetzt.
Beim Löschangriff nass bewiesen die Feuerwehrmädchen und -jungen, was sie schon alles drauf haben. Um die Besten zu ermitteln, wurden zwei Wertungsläufe angesetzt. FOTO: Uwe Hegewald
Muckwar. Erster Kinderfeuerwehrtag findet zum 101-jährigen Bestehen der Ortswehr statt. Von Uwe Hegewald

99 Luftballons ließ Nena 1983 erstmals in den Himmel steigen, 101 Dalmatiner rührten 1961 und 1996 das Kinopublikum, Geschichten aus 1001 Nacht gehen sogar bis in das Jahr 250 zurück. In den Reigen von Pointen mit ungeraden Zahlen hat sich am Samstag Muckwar (Gemeinde Luckaitztal) mit seinen Feierlichkeiten zum 101-jährigen Bestehen der Ortsfeuerwehr hinzugesellt.

„Mit einer angemessenen Veranstaltung zum 100. hat es nicht geklappt“, begründet Ortswehrführer Christian Schönfelder die Verschiebung um ein Jahr. Ohnehin sollte das Feuerwehrjubiläum nicht ausschließlich in ein Schwelgen in Nostalgie und Historie münden. „Die Blicke müssen nach vorn gerichtet sein. Unseren Kindern und Jugendlichen gehört die Feuerwehrzukunft“, so der 33-Jährige, der 2016 zum Ortswehrführer berufen wurde.

Wie der Brandmeister informiert, sei die Einsatzbereitschaft vermeintlich kleiner Wehren wichtiger denn je. „Im vergangenen Jahr wurden wir 20 Mal zu Einsätzen gerufen, so oft wie lange nicht mehr“, stellt Christian Schönfelder klar. Um bereits Kinder und Jugendliche für Feuerwehrbelange zu gewinnen, setzten die Muckwarer die Idee eines Kinderfeuerwehrtages um: Mit neun teilnehmenden Mannschaften, Wettbewerben im Löschangriff nass und einem Rahmenprogramm, so recht nach dem Geschmack der Kleinen. „Man muss den Knirpsen auch was bieten. Schließlich sind die Feuerwehren nicht die Einzigen, die in ihren Reihen um Nachwuchs werben“, begründet Ronny Sickora das Einbetten von zusätzlichen Stationen zur Unterhaltung. Aufgabe des Wettbewerbs-Protokollführers ist es auch, den fehlenden Namen von Muckwar auf der Teilnehmerliste zu erklären. „Mit den wenigen Kindern im Dorf würden wir keine Mannschaft zusammenbekommen. Vier unserer Zöglinge starten aber in der Altersklasse II der Freiwilligen Feuerwehr Gahlen“, informiert er.

Als diese den zweiten Platz belegen, sieht sich Ortsvorsteher Friedhelm Bronk in der Pflicht, einen weiteren Silberpokal in Aussicht zu stellen: „Ein Pokal geht nach Gahlen, ein zweiter bleibt bei uns“, so der Ortsvorsteher. Dass er bei Veranstaltungen im Dorf die Beine nicht stillhalten kann, wissen die Mitbewohner zu schätzen. Dieses Mal ist es eine Bauernhauskulisse, die das Finale des 1. Kinderfeuerwehrtages einläutet. Als Qualm aus der Hütte von Bauer Fred alias Benjamin Trogisch und seinem Weib Frieda drängt, sind es jedoch nicht die Nachwuchsfeuerwehrleute, die zu Hilfe eilen, sondern die Traditionsfeuerwehr Saßleben mit ihrer altehrwürdigen Handdruckspritze aus dem Jahr 1913. So viel Historie musste es zu 101 Jahren der Feuerwehr Muckwar dann doch sein.

Das Modell, das nachgezogene Jubiläum mit einem Kinderfeuerwehrtag aufzuwerten, dürfte Schule machen. Sowohl Altdöberns Amtsdirektor Frank Neubert sowie Roland Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal, können sich regelmäßige Kinderfeuerwehrtage im Amtsgebiet vorstellen. Gerne auch mit regelmäßigem Wechsel von Ausrichtern in den fünf amtsangehörigen Gemeinden. Wie ein Kinderfeuerwehrtag funktioniert, hat Muckwar mit seiner Premiere schon mal vorgemacht.