ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:07 Uhr

Truckertreffen in Hindenberg
Von Trucker-Seelen und ihren Boliden – ob groß oder klein

 Ferngesteuerte Trucks und Baumaschinen lockten gleichermaßen Jung und Alt an die Vorführungsfläche. Insgesamt überzeugte der veranstaltende MSC „Jugend“ Lübbenau beim Truckertreffen mit einem abwechslungsreichem Begleitprogramm.
Ferngesteuerte Trucks und Baumaschinen lockten gleichermaßen Jung und Alt an die Vorführungsfläche. Insgesamt überzeugte der veranstaltende MSC „Jugend“ Lübbenau beim Truckertreffen mit einem abwechslungsreichem Begleitprogramm. FOTO: Uwe Hegewald
Hindenberg. MSC „Jugend“ Lübbenau initiiert erstmals Truckertreffen mit Rahmenprogramm Von Uwe Hegewald

Auf Autobahnen können sie mitunter nerven. Erst recht, wenn „Elefantenrennen“ ein zügiges Überholen unmöglich macht. Die Rede ist von Lkw, die andererseits unseren Bau- und Supermärkten das gewünschte Warensortiment liefern und somit erheblich zum Wohlstand beitragen.

„Gegenüber Skandinaviern sind Verkehrsteilnehmer auf deutschen Autobahnen etwas angespannt. Truckerfahrern wird hierzulande immer weniger Verständnis entgegengebracht“, sagt Stefan Steven Hassmann. Der 33-Jährige darf sich diesen Vergleich erlauben. Acht Jahre war er für ein Unternehmen in Skandinavien unterwegs, bevor er bei einer Transportfirma in Grünstadt (Rheinland-Pfalz) anheuerte. Mit seinem Chemietankzug zählte er somit zu den Truckerfahrern mit der weitesten Anreise.

Traumberuf trotz Hektik

 Trucks gelten nicht nur als rollende Wohnzimmer, sondern mitunter auch als rollende Kunstwerke. Der Chemietankzug von Stefan Steven Hassmann ist mit aufwendigen Wikinger-Motiven (Airbrush-Technik) versehen, die der 33-Jährige gerne präsentierte. Aus Grünstadt kommend, hatte er eine der weitesten Anreisen.
Trucks gelten nicht nur als rollende Wohnzimmer, sondern mitunter auch als rollende Kunstwerke. Der Chemietankzug von Stefan Steven Hassmann ist mit aufwendigen Wikinger-Motiven (Airbrush-Technik) versehen, die der 33-Jährige gerne präsentierte. Aus Grünstadt kommend, hatte er eine der weitesten Anreisen. FOTO: Uwe Hegewald

„Auf Facebook hatte ich von dem Treffen erfahren und von meinem Chef sofort die Zusage erhalten, daran teilzunehmen“, so der Bitterfelder, der seinen „Traumberuf“ gefunden hat. Trotz der allgemeinen Hektik auf Fernverkehrsstraßen. David Schwengber kann die Ausführungen seines Trucker-Kollegen bestätigen. „Wem das Fernfahrer-Fieber erst einmal gepackt hat, kommt davon in der Regel nicht mehr los“, begründet der 25-Jährige.

Mit geübten Lenkmanövern steuerte der Juniorchef der Schwengber-Transporte aus Halbe/Oderin (Dahme-Spreewald) seinen MAN-Sattelzug aufs Motorsportszentrum in Hindenberg. 500 PS, 18 Tonnen Nutzlast und ein Auflieger ziehen die Blicke auf sich. Bud Spencer und Terence Hill zieren das Panoramabild seines Trucks, mit dem er schon in Holland, Dänemark, Italien und überall in Deutschland unterwegs war. „Am kommenden Wochenende geht’s zum Spencer-Hill-Festival nach Lommatzsch“, berichtet David Schwengber.

Heimkehr gesund, unfallfrei und pünktlich

Freundin Marlene Thiele hat sich längst mit dem Hobby und Fernfahrerberuf arrangiert. „Ich bin immer wieder froh, wenn David gesund, unfallfrei und pünktlich heimkehrt“, so die 20-Jährige.

Wer von den Besuchern das Gespräch zu den Truckerfahrern sucht, dem öffnen sie oft auch die Herzen – lassen diese in ihre Seelen blicken. Wie Henry Pfeiffer, Vorsitzender des veranstaltenden MSC „Jugend“ Lübbenau erzählt, hätten jüngere Vereinsmitglieder die Idee eines Truckertreffens an den Vorstand herangetragen. Warum nicht, sagte sich dieser, machte aber zur Bedingung, das Treffen mit Motorsport-Aspekten, Traktorenschau, Baggerfahren für Jedermann und ausreichend Angeboten für Kinder zu mehr Attraktivität zu verhelfen.

Nachdenken über eine Fortsetzung

„Nach der Auswertung werden wir uns darüber verständigen, ob und in welcher Form wir den Raceday mit Truckertreffen fortsetzen“, blickt Henry Pfeiffer voraus.

Die Tore zum Motorsportzentrum sind lange geöffnet. Objektwartin Jenny Siebert weist weitere Trucks ein, die laut hupend aufs Gelände rollen. In Groß Beuchow wohnend, ist die Veranstaltung für die „Motorbiene“ ein Heimspiel und eine Verpflichtung zugleich. „Mein verstorbener Großvater Reinhard Bahro hat diese Motorsportanlage mit aufgebaut“, begründet sie ihr Mitwirken und ihre Motivation, sein Vermächtnis fortzuführen.