Von Daniel Preikschat

Henry Pfeiffer trägt an diesem Freitagmorgen nur Badehose und Bauschuhe – und das Mobiltelefon in der Hand. „Ich habe mir gestern sofort die Klamotten durchgeschwitzt“, sagt der Sportleiter des MSC Jugend. Und heute werde er auch wieder viel schwitzen und viel abzusprechen haben. Der Straßenhobel, der gerade die Sandbahn abfährt, bleibt nicht das einzige schwere Arbeitsfahrzeug, das zum Einsatz kommt. Eben hat Pfeiffer einen Rasentrekker rantelefoniert, der die Fahrerlager-Grünfläche stutzt.

Der Mann mit dem Strand-Outfit umreißt auf die Schnelle, was alles vor einem Lübbenauer Sandbahnrennen mit 500-Kubikzentimeter-Solomaschinen, Seitenwagen, Quads und Speedkarts zu tun ist. Knapp 700 Meter Grauwacke-Bahn mit 15 Metern beziehungsweise – in den Kurven – 20 Metern Breite sind eben zu hobeln und zu wässern, die Lautsprecheranlage ist zu installieren, die luftgefüllten Sicherheitskissen in den Kurven anzubringen und aufzublasen, das Fahrerlager schick zu machen. Fast 40 Maschinen werden am kommenden Mittwoch, 1. Mai, an den Start gehen. Die Piloten kommen aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus Belgien, aus den Niederlanden, aus Finnland und England. Ein Motorsport-Spektakel steht an.

Die Hindenberger Sandbahn, erklärt Pfeiffer, ist eine der wenigen Langbahnen und daher so beliebt. Auf den Geraden kann in den zweiten Gang geschaltet und Tempo gemacht werden. Wenn es dann mit höchstem Tempo in die Kurven geht, sei großes fahrerisches Können gefragt. Das Vorderrad hält die Spur, das hintere schert mächtig Staub aufwirbelnd aus. Bremsen gibt es nicht. Vor allem die Seitenwagen machen viel her für die Zuschauer. Der Beifahrer muss ständig sein Körpergewicht verlagern. „Der muss richtig ackern“, sagt Pfeiffer.

„Richtig ackern“ müssen auch Pfeiffer und die vier, fünf anderen Vereinsmitglieder. Es seien immer dieselben, die vor diesen Motorsportereignissen ran müssen. Man teile sich die Arbeit gut ein, fange Wochen vorher an, um dann doch immer wieder auf den letzten Drücker fertig zu werden. Ohne die Sponsoren und Helfer, die beispielsweise technisches Gerät bereitstellen, ginge es nicht. „Wir haben zwar einiges da“, sagt der Sportleiter und zeigt auf den unverwüstlichen Wasserwagen Baujahr 1970 und den guten ZT-Trekker mit Doppelhydraulik, „aber eben nicht alles“.

Lediglich wünschen, nicht aber  organisieren, können sich die MSC-Organisatoren Regen. Für die frisch abgehobelte Strecke wäre das ein Segen. Doch Regen, so Pfeiffer, komme immer dann, wenn man ihn nicht braucht.