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| 02:49 Uhr

Mobile Welt des Ostens weiter auf Rekordkurs

Neue Rarität: Der tschechische Tatraplan, den es seit Kurzem in der Mobilen Welt des Ostens in Calau zu sehen gibt, wird von Museumsmitarbeiterin Eleonore Lange geputzt und poliert.
Neue Rarität: Der tschechische Tatraplan, den es seit Kurzem in der Mobilen Welt des Ostens in Calau zu sehen gibt, wird von Museumsmitarbeiterin Eleonore Lange geputzt und poliert. FOTO: Jan Augustin
Calau. Die Mobile Welt des Ostens hat im vergangenen Jahr wieder einen Besucherrekord aufgestellt. Mehr als 6000 zahlende Gäste zählte das Calauer Oldtimermuseum. Weniger schön: Die Bauarbeiten für den notwendigen Hallenanbau sind ins Stocken geraten. Jan Augustin

Nach den Rekordjahren 2012 und 2013 bleibt die Mobile Welt des Ostens auch 2014 auf Besucher-Rekordkurs. Um stolze zehn Prozent auf insgesamt 6138 zahlende Gäste ist die Zahl gestiegen. Dazu kommen Hunderte Besucher, die das Haus während diverser Veranstaltungen kostenlos besucht haben. Museumsführer Rainer Schmatloch macht ein verstärktes Tourismusmanagement durch die Stadt Calau als Grund aus. Flyer und Werbematerialien vom größten Oldtimermuseum der Lausitz liegen seit geraumer Zeit nicht nur in Pensionen und Hotels aus.

Ein zweiter Grund ist offenbar auch die gute Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Besucher werden bei ihren Rundgängen durch die Hallen gefragt, wie sie auf das Museum aufmerksam geworden sind, erklärt der 77-Jährige.

Das steigende Interesse freut die Museums-Macher freilich. Weniger schön sind dagegen die Verzögerungen beim Bau einer weiteren Halle. Zwar sind die Fundamente für das etwa 70 Meter lange und 20 Meter breite Gebäude schon gegossen, doch fehlen noch diverse Stahlbau-Konstruktionen. Die Fertigstellung werde sich deshalb voraussichtlich auf das Jahr 2016 verschieben, bedauert Schmatloch. Indes platzt die jetzige Ausstellung mit mehr als 200 Fahrzeugen aus allen Nähten. Die Raritäten stehen dicht an dicht und kommen so nicht optimal zur Geltung.

Da ist zum Beispiel der goldglänzende Tatraplan. Das Fahrzeug mit seiner stromlinienförmigen Karosserie wurde vor dem Zweiten Weltkrieg von dem österreichischen Automobilkonstrukteur Hans Ledwinka entwickelt. Nun steht die vierzylindrige Luxuslimousine seit Kurzem in einer hinteren Ecke des Calauer Museums. Rainer Schmatloch kommt trotzdem ins Schwärmen: "Dieses Konzept war eine Sensation. Damit sind neue Wege im Automobilbau beschritten worden." Neu war auch der Zentralrohrrahmen mit luftgekühltem Heckmotortriebsatz. In der Lastwagenfertigstellung habe diese Bauweise lange Zeit später noch als Vorbild gedient. In der DDR fuhren allerdings weniger als 100 Stück davon durch die Lande. Grund könnte der stolze Preis von 40 000 Mark sein, erzählt Schmatloch, der eine weitere seiner kurzweiligen Anekdoten anfügt: "Der Tatra 603 war der Urenkel des Tatraplans."

Das 33 000 Ost-Mark teure Gefährt sei unter anderem im Besitz des Cottbuser Schlagersänger Günter Geißler gewesen. Schmatloch selbst, der momentan einen alten Opel in Eigenregie nachbaut, besitzt auch einige Oldtimer - zum Beispiel aus der Ifa F 8-Reihe. In der neuen Halle sollen auch sie ihren Platz bekommen, so dass sie von möglichst vielen Besuchern gesehen werden können.