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| 13:17 Uhr

Lübbenau
Miteinander in der Lausitz

 Archäologische Funde gewähren Einblicke in die Vergangenheit. Was wir daraus lernen können, wird am 15. März in Luckau diskutiert.
Archäologische Funde gewähren Einblicke in die Vergangenheit. Was wir daraus lernen können, wird am 15. März in Luckau diskutiert. FOTO: dpa / Peter Zschunke
Lübbenau. Der evangelische Kirchenkreis lädt zu fünf Themenabenden unter dem Motto „Kein schöner Land“ – Einladungen zur Spurensuche“ ein.

Unter dem Motto „Kein schöner Land“ – Einladungen zur Spurensuche“ lädt der evangelische Kirchenkreis Niederlausitz ab Februar zu einer neuen Veranstaltungsreihe ein. An fünf Abenden will man sich auf unterschiedliche Weise mit Fragen des Lebens und Zusammenlebens in der Lausitz auseinandersetzen.

Februar

Den Auftakt bildet am 15. Februar eine Podiumsdiskussion in Altdöbern mit Wolfgang Roick (SPD) und Benjamin Raschke (Bündnis 90/ Die Grünen), Mitglieder der Enquetekommission „Zukunft der ländlichen Regionen“. Die Politiker werden über die Arbeit der Kommission berichten und mit Pfarrerin Kathrin Schubert und der ehrenamtlich engagierten Karin Hammitsch aus Frankena über die Frage sprechen, was es braucht, damit das Leben auf dem Land lebenswert und zukunftsträchtig ist. Die Journalistin Carla Kniestedt vom rbb wird die Diskussionsrunde moderieren und Erfahrungen aus ihrer Tätigkeit einbringen. Das Publikum ist eingeladen mitzudiskutieren. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Lutherhaus Altdöbern, Markt 11. Der Eintritt ist frei.

März

Weiter geht es am 15. März in Luckau mit einem Vortrag des Archäologen Dr. Thomas Kersting. Er stellt die Frage, ob die Archäologie dabei helfen kann, die Debatte um Migration und Heimat neu zu bewerten. Jüngste archäologische Funde und Erkenntnisse verändern den Blick auf unsere Vergangenheit. Was wir aus der Ur- und Frühgeschichte der Lausitz über unsere Herkunft lernen können, erläutert der Dezernatsleiter beim Landesamt für Denkmalpflege in seinem Vortrag „Jemand zu Hause? Germanen, Slawen, Deutsche, Lausitzer, Brandenburger. . .“. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Gemeinderaum in der Luckauer Schulstraße 1. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem Gespräch.

April

Am 12. April ist Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer in Finsterwalde zu Gast. Der Professor von der Uni Duisburg-Essen erklärt in seinem Vortrag „Argumente gegen Stammtischparolen“, wie man populistischen, rassistischen, demokratieverachtenden und fremdenfeindlichen Parolen entgegentritt und den demokratischen Diskurs in unserer Gesellschaft befördert. „Stammtischparolen sind selbstgerechte, selbstherrliche, oft rassistische oder fremdenfeindliche Sprüche, die überall im Alltag vorkommen. Meistens kommen sie plötzlich und unerwartet. Darauf zu reagieren, kann man lernen“, erläutert Hufer. Klaus-Peter Hufer hat zahlreiche Bücher, Buchbeiträge und Aufsätze in Zeitschriften zur politischen Bildung verfasst. Seine Bücher und Seminare sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt. In seinem Vortrag wird er zahlreiche Beispiele und typische Situationen beschreiben. Das Publikum soll rege mitdiskutieren. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Gemeindezentrum „Arche“, Schlossstraße 5a in Finsterwalde statt. Der Eintritt ist frei.

Am 26. April wird die Wanderausstellung „Fremde in Brandenburg?“ in der Lübbener Paul-Gerhardt-Kirche mit einer Podiumsdiskussion eröffnet. Die Ausstellung zeigt, dass Migration in Brandenburg kein neues Thema ist. Integration war dennoch immer eine schwere Aufgabe, und sie brauchte ihre Zeit. Zwölf Ausstellungstafeln werfen ein Schlaglicht auf Zuwanderer und Flüchtlinge damals und heute sowie auf die Hintergründe ihrer Einwanderung. Der Initiator der Ausstellung, Wolfgang Balint von der überparteilichen Europaunion, wird in die Ausstellung einführen. Ob und wann die Lausitz zur Heimat geworden ist, will die Journalistin Sophia Wetzke vom rbb im Anschluss mit Menschen diskutieren, die als Fremde in die Lausitz kamen. Auch hier ist das Publikum zum Gespräch eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche am Markt in Lübben. Der Eintritt ist frei.

Mai

Die Reihe schließt am 3. Mai in Doberlug-Kirchhain mit einem politischen Kabarett. Tilman Lucke von den Distelstudios in Berlin schaut mit einem gesunden Maß an Ironie auf die Welt. „Die Wirklichkeit ist heute so abgefahren, dass die Satire ihr nur noch hinterherwinken kann. Die Bildungsmisere breitet sich indessen weltweit aus: Kim Jong Un ist beim Atomtest durchgefallen, Wladimir Putin verfügt gerade mal über ein abgeschlossenes Fitnessstudio, und Donald Trump erhält für seine gesammelten Tweets bald den Literaturnobelpreis“, heißt es in der Ankündigung. Das Kabarett beginnt um 19 Uhr im Gemeinderaum der evangelischen Kirchengemeinde in Doberlug-Kirchhain in der Kirchstraße 3. Der Eintritt ist frei. 

„Ich spüre den großen Wunsch vieler Menschen, über Entwicklungen in unserer Gesellschaft zu sprechen. Mit unserer Veranstaltungsreihe wollen wir informieren, aber zugleich Möglichkeiten zum Gespräch eröffnen“, nennt Superintendent Thomas Köhler den Hintergrund für die neue Gesprächsreihe.