(uhd) „Tino Golnak ist ein toller, uriger Typ, großartiger Koch und gradliniger Mensch. Er ist mit seiner Art, seinen Ideen und seinem Können nicht nur in der Küche eine Bereicherung“, schwärmt Denise Noack. Sie ist Hausdame im Hotel & Restaurant „Gutshof“ Neupetershain und des Lobes voll über ihren Kollegen.

Marcus Twarz, Geschäftsführer im Petershainer Gutshof, kann die Worte seiner Angestellten nur bestätigen: „Tino ist zuverlässig, engagiert, ein begnadeter Koch und ein Typ, der sich nicht scheut, auch mal Arbeiten im Außengelände oder Biergarten zu erledigen.“ Für Tino Golnak sind diese Worte eine verbale Steilvorlage: „Wenn das so ist, sollten wir uns über eine Gehaltserhöhung unterhalten“, kontert der 32-Jährige seinem Chef mit einem Augenzwinkern.

Flache Hierarchien charakterisieren den Takt im Gutshof, in dem Tino Golnak seit sieben Jahren am Herd steht – und nicht nur an diesem. „Ich sehe das nicht so ernst. Wenn irgendwo im Objekt Hilfe benötigt wird und ich diese leisten kann, bin ich zur Stelle“, so der Allrounder. Sein Herz schlägt jedoch für die Küche, wo er an der Seite von Felix Tschätsch Regie führt.

„Wir sind ein eingespieltes Team und können uns blind vertrauen. Unsere Stärken liegen in solider Hausmannskost, bei der alles selbst zubereitet wird“, skizziert der Chefkoch das Wirbeln in der Küche. Das Wichtigste sei die Soße. „Wenn die gelingt, dann schmeckt auch alles andere drum herum“, erklärt er. Das habe er so bei seiner Oma erlebt, die sehr genau Bescheid wusste, wie sie ihren Enkel verwöhnen kann. „Schnitzel aus einem Filetstück, danach Dessert, in die Couch fallen lassen und warten, welchen leckeren Kuchen es zum Kaffee gibt“, beschreibt Tino Golnak die Momente in Großmutters Schlaraffenland.

„Aber so soll es ja auch sein“, so der gertenschlanke Koch, der zuvor im Restaurant „Mühlenhof Gallinchen“ den Kochlöffel rührte. Das kochende Einmaleins erlernte der im Cottbuser Ortsteil Kiekebusch lebende Genusshandwerker im „Haus Irmer“ (Kolkwitz). Eine Adresse, von der er nur Positives berichten kann: „Ein toller Ausbildungsbetrieb, in dem ich einmal sogar zum besten Lehrling ernannt wurde.“

Zu erwarten war das nicht, hatte der Schulabgänger Tino Golnak doch bis zu seiner Lehre mit Kochen nichts am Hut. Vor 18 Jahren seien die Eltern bei der Zahl von Bewerbern für einen Ausbildungsplatz froh gewesen, ihren Jungen irgendwo unterzukriegen. „Lerne erst mal Koch. Später kannst du immer noch etwas Anderes machen“, lautete damals die Devise. „Es war die richtige Entscheidung. Die Arbeit als Koch ist abwechslungsreich, du kannst Ideen einbringen und dich verwirklichen. Ganz im Gegensatz zu monotonen Arbeiten“, bricht er eine Lanze für seinen Berufsstand.

Neueinsteigern empfiehlt er, sich nicht allzu sehr an Kochsendungen im Fernsehen zu orientieren. „Dort ist reichlich Show enthalten. Vieles geht an der Realität vorbei“, erklärt er an einem Beispiel. Um deftige Gerichte rund zu machen, genüge es manchmal, einen Löffel Gänseschmalz hinzuzugeben. „Kenner der Lausitzer Küche wissen das zu schätzen“, so der Gutshof-Koch. Wann immer es geht, greift er auf regionale Produkte zurück, wie etwa Kartoffeln und Gemüse vom benachbarten Landwirtschaftsbetrieb Ressen-Lindchen.

Und was bitteschön ist sein Leibgericht? „Das Personalessen, weil es den persönlichen Geschmack am besten trifft.“ Die Tragweite seiner Aussage muss er nun selbst auslöffeln. Spätestens dann, wenn Gäste ins Neupetershainer Restaurant einkehren und gezielt nach einem „Personalessen“ verlangen – auch wenn dieses nicht auf der Speisekarte steht. Es ist davon auszugehen, dass der Anwärter auf den Mitarbeiter-Service-Preis der Rundschau dann kulinarisch zu antworten weiß.