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Mit „Spreewäldern“ über die Wiesen vor Lehde

FOTO: Taubert
Lübbenau. Mit den „Spreewäldern“ auf den überschwemmten, zugefrorenen Spreewaldwiesen vor Lübbenau-Lehde Schlittschuh zu laufen – da werden bei Ulrich Haschenz Kindheitserinnerungen wach: Auf den weiten Eisflächen rund um Lübben war er in seiner Jugend viel mit den Schlittschuhen unterwegs. Heute nutzt der passionierte Radsportler im Winter jede Gelegenheit, sich die selbst gebauten „Spreewälder“ anzuschnallen und zu laufen. Ch. Taubert

Dabei führt er auch den Eisstechel oder Eispickel genannten Stock mit sich, der zum Anschieben auf dem Eis genutzt wurde und auch als Rettungshilfe bei Einbrüchen diente. "Ich gehe nur aufs Eis, wenn es hält", sagt Uli Haschenz am Sonntag, als er von Café "Venedig" kommend vor Lehde zu einem Plausch anhält. "Die Schuhe sind nicht original. Alles andere ist wie vor mehr als 100 Jahren."

Die mehrere Hektar großen Eisflächen der Wiesen vom Zeltplatz bis an Lehde-Dorf hatte der Senior an diesem Sonnen-Tag keineswegs für sich allein. Autokennzeichen aus Berlin, Potsdam oder Dresden verraten, dass Eislaufen im Spreewald längst kein Geheimtipp mehr ist. "Vor vier Jahren waren die Fließe zuletzt so fest zugefroren, dass man von Lübbenau über Lehde bis nach Leipe laufen konnte", erinnert sich Ulrich Haschenz, der im Jahre 2012 bei der Internationalen Touristischen Friedensfahrt gestartet ist und dabei an 18 Tagen sechs Länder, 2609 Kilometer und 23 640 Höhenmeter bewältigt hatte.