Von Uwe Hegewald

Das Festzelt bis auf den letzten Platz gefüllt, dichtes Gedränge auf der Schlemmermeile, im Kürbis-Garten und in der Heimatscheune – Lipten drohte am Samstag auf seinem Kürbis-Fest-Platz aus den Nähten zu platzen.

„Wir waren zuvor beim ersten Regionalmarkt der Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster in Dollenchen und haben unseren Ausflug mit dem Besuch des Kürbisfestes gekrönt“, berichten die aus Senftenberg angereisten Karin und Kurt Marciniak. „Lipten ist immer eine Reise wert. Das haben die Dorfbewohner schon bei den früheren Spargelfesten bewiesen“, schiebt das Pärchen im Ruhestand nach.

30 essbare und Zierkürbisse

Kürbis ist der Spargel des Herbstes – schmackhaft, gesund und dabei noch um einiges vielfältiger. 30 essbare oder zierende Kürbisse hat der Landwirtschaftsbetrieb Lehmann in diesem Jahr angebaut, auch wenn sich die Voraussetzungen nur wenig besser als im Vorjahr erwiesen.

„Mit 385 Litern pro Quadratmeter liegen wir im September gar nicht so weit vom Jahresmittel (rund 550 l) entfernt. Ärgerlich war nur die Unregelmäßigkeit“, hadert Harald Lehmann. Da habe es Tage mit 20 bis 30 Litern Niederschlag gegeben und sogar einen „Ausreißertag“ mit 60 Litern, dem dann wieder Wochen der Trockenheit und des Windes folgten. Nur durch regulierende Humusgaben konnte dem Wachstum der „dicken Dinger“ nachgeholfen werden. Damit das Kürbisfest nicht ins Wasser fällt, obwohl es in der Region davon so wenig gibt.

Harald Lehmann bedankte sich bei seinen Erntehelfern und dem ortsansässigen Heimatverein, mit dem der Landwirt das jährliche Kürbisfest im Schulterschluss stemmt. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er dem Verein eine handgefertigte Erntekrone.

„Jungbauern“ am Werk

Den „Jungbauern“ Filip (Lipten) und Vincent (Bronkow) war es vergönnt, das von den Luckauer Landfrauen geflochtene Ähren-Kunstwerk ins Festzelt zu tragen. Mit Unterstützung durch René Böse ist dieses dann zur besten Kaffeezeit an die Decke der Heimatscheune gehievt worden.

René Böse ist Vorsitzender des rastlosen Vereins, der die „zielorientierte Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Landwirtschaftsbetrieb“ bekräftigt. „Das führt zu einer Win-win-Situation, von der wir alle profitieren“, sagt er. Klar sehe sich das Veranstalter-Duo beim Kürbisfest in der Gastgeberrolle und stehe in der Pflicht, alle Stände zu besetzen, dennoch kämen gesellige Momente nicht zu kurz.

In einen herbstlichen Fünfkampf sahen sich Besucher versetzt, die Kürbisse schnitzen oder schätzen durften, sich beim Kürbisstapeln versuchten oder an der mobilen Kegelbahn und benachbarter Bierrutsche ihre Meister ermittelten.

Zur zwischenzeitlichen Stärkung wurde all das serviert, was die Kürbisküche so hergibt und worauf der verwöhnte Gaumen nicht verzichten mag (Kuchen und Bratwurst). Im kommenden Jahr feiert Lipten das 10. Kürbisfest – wieder mit bunten Rahmen- und Bühnenprogramm. „Und mit einem größeren Festzelt“, kündigt René Böse an.

Kürbis auch noch in den nächsten Tagen

An Wortspiele, aufgrund seines außergewöhnlichen Familiennamens, habe er sich gewöhnt und befeuert diese gelegentlich selbst. Als bereits um 11.30 Uhr die ersten Gäste zum Kürbisfest eintrudelten, dessen Eröffnung für 14 Uhr angekündigt war, schickte er keinen der Ankömmlinge wieder nach Hause. „Ich wollte nicht wieder der Böse sein“, begründete er mit einem Augenzwinkern.

Übrigens: Wer am Samstag keine Zeit zum Kürbiskauf hatte, kann dies in den Folgetagen nachholen: „Wir sind fast immer an der Sortierhalle, links neben dem Liptener Schloss. Am Tor ist auch unsere Handynummer angeschrieben, um schnell beim Kunden zu sein“, teilt Landwirt Harald Lehmann mit.