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| 01:09 Uhr

Mit Pauken und Trompeten

Enkel und Opa: Vorbildlich meisterte der 4-jährige Markus Rebinsky den Zug durch das Dorf. Nur zum gemeinsamen Foto ließ sich der jüngste Teilnehmer von Opa Dieter Nadebor auf den Arm nehmen.
Enkel und Opa: Vorbildlich meisterte der 4-jährige Markus Rebinsky den Zug durch das Dorf. Nur zum gemeinsamen Foto ließ sich der jüngste Teilnehmer von Opa Dieter Nadebor auf den Arm nehmen. FOTO: Foto: U. Hegewald
Klein Mehßow.. In den Städten haben momentan die Karnevalisten die Zepter übernommen. In den Dörfern zampert man indessen von Hof zu Hof, bringt den Nachbarn musikalische Ständchen und erhält im Gegenzug manchen Leckerbissen. So auch Samstagnachmittag in Klein Mehßow. Von Uwe Hegewald

12 Uhr mittags trafen sich fast 30 kostümierte Zamperleute, um von Haus zu Haus zu ziehen, Frohsinn in selbige zu tragen und mit Pauken und Trompeten böse Geister zu vertreiben. Diese Aufgabe übernahmen die geschulten Musikanten um den Schönfelder Wolfgang Raschke.
Wie er stammen auch seine musikalischen Begleiter aus dem inzwischen vom Braunkohlenbergbau überbaggerten Tornow. Einst musizierten sie in der Tornower Feuerwehrkapelle, heute oft auf Dorffesten oder wie am Samstag zum Zampern. „Von Januar bis März vergeht kein Wochenende, wo wir nicht mit unseren Instrumenten unterwegs sind“ , berichten die Musiker. Die ersten Töne erklingen traditionell immer in der Klein-Mehßower „Bauernstube“ . Seit Mitte der 90er Jahre sammelt sich das Zampervolk in diesem gemütlichen Gasthaus. Inhaberin Rita Luck lobt die rege Beteiligung. „Wie das Zampern, so organisiert die Feuerwehr eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen und viele beherzte Einwohner leisten großzügige Unterstützung. Zum Eierkuchenessen, eine Wochen später, werden dann immer alle eingeladen - Veranstalter, Teilnehmer und Mitbewohner“ , sagte die Wirtin. Zurzeit kommen die Klein- und Groß-Mehßower aus dem Feiern gar nicht mehr raus. „Vorige Woche Feuerwehrball, heute Zampern, nächste Woche Eierkuchenessen. Danach Karneval, Zampern und Eierkuchenessen in Groß Mehßow und dann müsste schon bald der Frauentag folgen“ , sagte Roswitha Reiche.
Die Mehßower Ortsbürgermeisterin hatte auch diesmal eine verantwortungsvolle und ehrenamtliche Mission zu erfüllen, oder treffender gesagt, zu tragen. Einen Weidenkorb, der gefüllt war mit hochprozentigen „Warmhaltern“ und „Stimmungsmachern“ in den unterschiedlichsten Geschmacksnuancen. Besonders auf der langgezogenen ehemaligen „Calauer Straße“ wurde verstärkt die Nähe zur „Korbfrau“ gesucht.
Nach der Eingemeindung in die Stadt Calau wurde die Straße neu asphaltiert und gleichzeitig „Zur alten Schäferei“ umbenannt. Den Weg zu den Häusern, die idyllisch von Wald und Flur umrahmt werden, nutzten viele zum Plaudern. Diskussionen über das Für und Wider der Eingemeindung flammten auf. Rundum glücklich ist Dieter Nadebor. Als Zusteller kann er jetzt noch zügiger Post und die LAUSITZER RUNDSCHAU an die Haushalte verteilen.
„Gegen 17 Uhr sind die Zamperer von ihrer Runde durch den Ort in die ,Bauernstube' zurück gekehrt“ , sagte Rita Luck. Bei „Musik aus der Konserve“ wurde dann noch weitere drei Stunden geschunkelt, gelacht und getanzt. Auf einer Woge der Freude und Begeisterung werden sich die Einwohner in das kommende Wochenende hineinretten. Wenn am Samstag, 5. Februar, um 19 Uhr im Feuerwehrdepot leckerer Eierkuchen auf die Tische kommt, dann beginnt der gesellige Frohsinn von vorn.