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Mit Ofensetzerbedarf fing alles an

Das Geschäft im Jahr 1923/24: Helene Pielenz mit (von links) Walter, Adolf (Vater von Uwe Pielenz) und Fritz.
Das Geschäft im Jahr 1923/24: Helene Pielenz mit (von links) Walter, Adolf (Vater von Uwe Pielenz) und Fritz. FOTO: Pielenz
Lübbenau. Das Haushaltswarengeschäft von Jana und Uwe Pielenz besteht seit 125 Jahren. Im Jahr 1892 gründete Adolf Pielenz in Lübbenau eine Ofensetzer- und Fliesenfirma. red/bt

Er betrieb gleichzeitig einen Handel für Ofensetzerbedarf, sowie Eisenwaren, Haushaltwaren und Geschenkartikel. Damit wurde der Grundstein für eine inzwischen 125-jährige Handelstradition in Lübbenau gelegt.

Dieses Geschäft überlebte zwei Weltkriege, Währungsreformen und verschiedene Gesellschaftssysteme und ist auch nach 125 Jahren noch ein fester Bestandteil der Lübbenauer Handelslandschaft.

Dieser Anlass ist in dieser Woche mit geladenen Gästen von Verbänden, Kollegen, Freunden und jetzigen und ehemaligen Mitarbeitern im Rahmen eines kleinen Empfanges gefeiert worden. "Für unsere Kunden wird es dann Ende Oktober/Anfang November eine Festwoche mit verschiedenen Highlights und Überraschungen im Geschäft geben", erklärt Uwe Pielenz dabei. Dabei soll vor allem dem jetzigen Geschäftsmotto "Pielenz - mit allen Sinnen geniessen" besonderen Ausdruck verliehen werden, so der Geschäftsinhaber weiter.

Das heutige Einzelhandelsgeschäft Wohnen-Schenken-Kochen hat seit der Gründung 1892 eine interessante Geschichte. Bereits im Jahr 1907 kaufte Adolf Pielenz das jetzigen Geschäftshaus und erweiterte des Sortimentes um Haushaltwaren und Geschirr. Die Verkaufsfläche betrug damals 40 Quadratmeter.

Drei jahre später übernimmt der Sohn Adolf Pielenz Junior das Geschäft. Die beiden Weltkrieg überstand das Geschäft unversehrt. 1945 wurde es in privater Hand weiter betrieben. Später wurde die DDR Mark Zahlungsmittel

1958 erfolgte schließlich eine weitere Geschäftsübernahme. Adolf Pielenz, der Enkel des Gründers, übernahm die Verantwortung. 1974 rollt die Verstaatlichungswelle in der DDR und machte auch vor dem laden in der Lübbenauer Altstadt nicht halt: Adolf pielnz schließt einen Kommissionshandelsvertrag mit der staatlichen Handelsorganisation (HO) ab. Der Verkauf der Waren erfolgte auf Provisionsbasis. Wareneigentümer war die HO", erklärt Uwe Pielenz, jetziger Inhaber. Er hat das Geschäft in vierter Generation 1988 übernommen und betrieb es als Kommisionshandel weiter. Mit

Der politische Wende 1989 startete alsbald Warenverkauf von Artikeln aus der BRD zu DDR Mark im Verhältnis 1 zu 3. Danach wurde alles zurückgedreht: 1990 ist das Geschäft reprivatisiert worden. Im Jahr der Währungsunion folgte der Eintritt in die Einkaufsgenossenschaft EK Bielefeld.

Uwe Pielenz ließ das Geschäft 1991 umbauen und verzichtete auf das Sortiment Eisenwaren/Werkzeuge. 1992 wurde das hundertjährige Bestehen gefeiert. 1999 wurde erneut umgebaut und die Verkaufsfläche auf 163 Quadratmeter erweitert.