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| 15:39 Uhr

Eine Stadt feiert
Mit kleinen Schritten zurück zu alter Qualität

Line Dancer gelten seit Langem als Publikumsmagneten. Wenn DJ Goldi zu tanzbaren Country-Klängen bittet, hält es die Fangemeinde nicht an den heimischen Lagerfeuern. Line Dance ins Stadtfestprogramm zu integrieren, war so recht nach dem Geschmack der „Golden Girls“ aus Vetschau, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern.
Line Dancer gelten seit Langem als Publikumsmagneten. Wenn DJ Goldi zu tanzbaren Country-Klängen bittet, hält es die Fangemeinde nicht an den heimischen Lagerfeuern. Line Dance ins Stadtfestprogramm zu integrieren, war so recht nach dem Geschmack der „Golden Girls“ aus Vetschau, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern. FOTO: Uwe Hegewald
Vetschau. Beim 26. Vetschauer Stadtfest auf dem Altmarkt geht alles wieder auf Anfang. Von Uwe Hegewald

Mit eigenem Musikverein, Chören, DJs, der Haus- und Hofband „Interface“ und vielen musiksüchtigen Einwohnern zählt Vetschau zweifellos zu den führenden Lausitzer Klangmetropolen. Kein Wunder, dass beim 26. Stadtfest dem Ruf einer Musik-Metropole neue Nahrung gegeben wurde.

Das Vetschauer Stadtfest ist in sein Wohnzimmer Marktplatz zurückgekehrt und soll nach Wunsch der Organisatoren dauerhaft in der Altstadt bleiben.
Das Vetschauer Stadtfest ist in sein Wohnzimmer Marktplatz zurückgekehrt und soll nach Wunsch der Organisatoren dauerhaft in der Altstadt bleiben. FOTO: Uwe Hegewald

Mit Livemusik als Stimmungsanker und Knut Petrick als offiziellen Kooperationspartner der Stadt, setzt diese auf Mittel, die sich bereits in früheren Jahren bewährt haben. Doch liegt im Notenschlüssel auch gleichzeitig der Schlüssel zum Erfolg? „Die zurückliegenden Stadtfeste haben ein schlechtes Licht auf Vetschau geworfen. Unser Anliegen und unser Wille sind es, das Fest in kleinen, langsamen Schritten zu früherer Qualität zurückzuführen“, gibt Knut Petrick den Takt vor. Bereits 2004 von der RUNDSCHAU zum Vetschauer Musikpapst erhoben, will er an der Seite von Katharina Maier von der Stadtverwaltung der Veranstaltung zu altem Glanz verhelfen. „Wir machen das für die Stadt und unsere Gäste“, betonen die beiden Kulturschaffenden unisono. Beide wissen um die vor ihnen liegenden Aufgaben und Herausforderungen.

Nicht alle Einwohner der Altstadt zeigen Verständnis dafür, dass es zum Stadtfest-Wochenende lauter zur Sache geht. „Wir haben Bürgerinfos verteilt, um Anwohner rechtzeitig zu informieren und um mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, berichtet Katharina Maier. Sie hofft, dass die Vetschauer die Neuausrichtung des Stadtfestes nicht gleich wieder zerreden, auch wenn an einigen Stellen noch nachjustiert werden müsse.

Nachdem das Stadtfest 2017 aufgrund des Brandenburger Dorf- und Erntefestes im Ortsteil Raddusch ausgesetzt wurde, kehrte der kulturelle Jahreshöhepunkt in die Altstadt zurück. 2016 hatte noch einmal der grün umsäumte Hellmannplatz als Gelände den Vorzug erhalten, obwohl sich die Stadtverordneten einst für ein dauerhaftes Verbleiben im Stadtzentrum ausgesprochen hatten. Knut Petrick lässt keinen Zweifel daran: „Die Veranstaltung gehört auf den Marktplatz mit seinem festen, belastbaren Pflaster.“ Auch zeige er Verständnis, wenn Anwohner aufgrund der lebhaften Atmosphäre für ein Wochenende verreisen.

Lebhaft ging es bereits am Freitag zu – bei einer gut besuchten Senioren-Kaffeetafel, stimmungsvollen Klängen der Calauer Fanfaren und einer professionellen Mugge mit der Rolling-Stones-Coverband „Starfucker“ aus Berlin. Am Samstag sorgten Liebhaber von Country Music bereits am Nachmittag für ein volles Parkett. DJ Goldi legte zur großen Line-Dance-Party auf – so recht nach dem Geschmack der „Golden Girls“ aus Vetschau. „Uns freut es natürlich, dass wir mit unserer Musik im Festprogramm berücksichtigt wurden.“ Die Fangemeinde ist groß, Line-Dancer aus der ganzen Region haben sich auf den Weg nach Vetschau gemacht“, sagt Brigitte Kurz.

Dance-Seelenverwandte Irmgard Born lobt die „Ausrichtung des Stadtfestes, das für alle Generationen etwas bereithält“. Die „Golden Girls“ nutzten die Gelegenheit, um sich am Samstag für das Vereinsjubiläum warm zu tanzen. Im Oktober feiern die Vetschauer Line-Dancer ihr zehnjähriges Bestehen. Originell: Zum Stadtfestfinale musizierte der Musikverein Vetschau am gestrigen Sonntag bereits zur Mittagsstunde. Alle folgenden Programmpunkte, mit Schlager-Mafia, Helene-Fischer-Double oder ABBA-Tribut Show trugen den Charakter willkommener Zugaben, die sich sehen und erst recht hören lassen konnten. Mit von der Partie: lokale Vereine, die auch bei einem kommenden Stadtfest nicht fehlen sollen.

Das Verlegen der Wochenendveranstaltung auf Ende August/Anfang September spielt diesem Vorhaben in die Karten. „Wir wollen ein Stadtfest für und mit Vetschauern“, erklärt Katharina Maier die Fest-Strategie. An den Stadtverordneten liegt es nun, ob das Konzept mit den Handschriften Maier und Petrick eine weitere Chance erhält.