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| 12:21 Uhr

Jubiläumsjahr rückt näher
Mit Fontane auf Tour von Lübben bis Lübbenau

Bei der Vorstellung der Höhepunkte im kommenden Fontane-Jahr reiste der Dichter mit Spreewald-Original Marga Morgenstern und Kutsche an.
Bei der Vorstellung der Höhepunkte im kommenden Fontane-Jahr reiste der Dichter mit Spreewald-Original Marga Morgenstern und Kutsche an. FOTO: Rüdiger Hofmann
Lübbenau/Lübben/Burg . Vor allem im Spreewald wird das bevorstehende Jubiläumsjahr zu Ehren des großen Dichters mit vielen Höhepunkten gefeiert. Von Rüdiger Hofmann

Im kommenden Jahr jährt sich nicht nur die Spreewaldreise des Dichters Theodor Fontane im August 1859 zum 160. Mal, auch er selbst würde seinen 200. Geburtstag feiern. Das Land Brandenburg nimmt das große Jubiläum zum Anlass, um 2019 feierlich das Fontanejahr zu begehen. In diesem Rahmen finden von Lübben bis Lübbenau, aber auch von Burg bis Cottbus zahlreiche Veranstaltungen statt, die den märkischen Dichter auf vielfältige Weise ehren und sein facettenreiches Leben anschaulich machen.

Lübbenau erreichte Fontane damals mit der Kutsche durch den Torbogen. Er unternahm eine Kahnfahrt nach Lehde, das er später als „Venedig im Taschenformat“ in seinen „Wanderungen“ beschreibt. Diese Kahnfahrt wird 2019 von Mai bis September nachgestellt. Gäste erleben dann auf einer eintägigen „Fontane-Kahnfahrt anno 1859“ die historische Route, die sie vom Großen Hafen in Lübbenau nach Burg zum Waldhotel Eiche führen wird. Vor Ort gibt es dann Hecht in Spreewaldsoße, den der Dichter – auch das ist historisch belegt – genussvoll speiste und neben dem Gericht auch die gastfreundliche Wirtin entsprechend lobte.

„Fontane war hier sehr aktiv und hat den Spreewald schon damals gut beworben“, sagt Caroline Fürll, Geschäftsführerin der Spreewald-Touristinformation Lübbenau. Das will man nutzen und als Region gemeinsam das Jubiläumsjahr einläuten. Geplant ist auch das Spreewaldkonzert „Klassik und Zeitgeist wie zu Fontanes Zeiten“ im Juni im Großen Spreewaldhafen Lübbenau, das die Zuhörer in Klangwelten führen wird, die der Dichter einst sehr schätzte.

Im September 2019 werden zudem 25 Bildhauer und Karikaturisten im Rahmen des Spreewald-
ateliers Fontane mit ihren Arbeiten würdigen. Auch Spreewald-Christl wird wieder aktiv, geleitet sie doch Gäste auf einem thematischen Rundgang durch Lübbenau und bietet auf Nachfrage auch einen bebilderten Vortrag in niedersorbischer Tracht im Wendischen Bauernhof zu Lübben an.

Apropos Lübben: Hier beginnt die Würdigung des großen Literaten bereits in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit. Am 4. Dezember steht das musikalisch-literarische Programm „Weihnachten im Hause Fontane – ein Dichterleben zur Weihnachtszeit“ im Lübbener Wappensaal an. Es spannt den Bogen von seinen Kindheitserinnerungen bis zum Heiligabend in „Effi Briest“ und zeigt den Dichter von seiner heiter-besinnlichen Seite. „Vom 17. bis 19. Mai folgt dann mit dem Deutschen Trachtenfest in Lübben ein wahres Feuerwerk aus Stoffen, Farben, Musik und Tanz“, teilt Peggy Nitsche von der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben GmbH mit. Ebenfalls im Mai klinken sich die Kreismusikschule Dahme-Spreewald und das Paul-Gerhardt-Gymnasium Lübben in die Feierlichkeiten ein und stellen das musikalisch-literarisch-kulinarische Programm „Theo mit Schuss“ vor.

Cornelia Meißner ist vom Tourismusverband Spreewald die Projektkoordinatorin der AG Fontane. „Ich bin überzeugt, dass das Themenjahr vielen Gästen neue Sichtweisen bringen wird“, sagt sie. „Die Orte haben sich sehr viel einfallen lassen, um sich mit Herrn Fontane und seiner Zeit zu beschäftigen oder eine völlig neue Interpretation zu wagen. Wir werden seine Texte beleben, Zeitgenossen vorstellen und haben sogar neue Musik komponiert.“ In Cottbus wird im Oktober 2019 die Fontane-Oper „Effi Briest“ im Großen Haus des Staatstheaters uraufgeführt.

„Es wird spannend, modern, farbenfroh und einfach mal anders“, sagt Christine Clausing, Vorsitzende des Tourismusvereins Burg und Umgebung. Sie spricht einen besonderen Höhepunkt an: Der international gefragte Künstler Jim Avignon, deutscher Pop-Art-Künstler und Vertreter der Art modeste, wird die Spurensuche der Gäste verfolgen und ihre Entdeckungen künstlerisch in einer Hörgeschichte im September 2019 verarbeiten. Interessant und außergewöhnlich oder – wie der alte Briest, Effis Vater, sagen würde: „Das ist ein weites Feld.“

Fontane alias Michael Apel im Schlosspark zu Lübbenau. Bei seinem historisch nachweislichen Sommer-Kurzbesuch im Jahr 1859 wurde die Leidenschaft des Dichters für Land, Leute und Trachten im Spreewald entfacht.
Fontane alias Michael Apel im Schlosspark zu Lübbenau. Bei seinem historisch nachweislichen Sommer-Kurzbesuch im Jahr 1859 wurde die Leidenschaft des Dichters für Land, Leute und Trachten im Spreewald entfacht. FOTO: Rüdiger Hofmann