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| 01:37 Uhr

Mit der Kamera durch Burg

Reporter Michael Wigge mit seinem schwarzen Karmann Ghia und der Handkamera vor dem Burger Bismarckturm. Foto: Elsner
Reporter Michael Wigge mit seinem schwarzen Karmann Ghia und der Handkamera vor dem Burger Bismarckturm. Foto: Elsner FOTO: Elsner
Burg. Der Spreewald in Burg gehört zu den spannendsten Orten Deutschlands. So sehen es die Redaktion der Deutsche-Welle-Sendereihe „Das schönste Land der Welt“ und Reporter Michael Wigge. Am gestrigen Freitag war Wigge in Burg unterwegs. Bereits am 10. Juli soll der entstandene 30-minütige Film ausgestrahlt und kurz darauf im Internet bei YouTube zu sehen sein. Von Ulrike Elsner

“Ich glaube Spreewald, Burg„ ist der Arbeitstitel des Streifens, für den Michael Wigge in die Rolle eines Kahnfährmanns schlüpft. Ein schwarzer Karmann Ghia, Baujahr 1962, und eine Handkamera, die er auch auf sich selbst richten kann, sind das Markenzeichen des 33-jährigen Journalisten und Entertainers.

Erste Station an diesem Drehtag ist der Hof von Friedrich Kullowatz am Stillen Fließ in Burg. Der 81-Jährige hilft dem Reporter, einen Kahn mit Heu zu beladen und zu staken. Am Ende vergibt Wigge an Burg fünf Sterne und damit die volle Punktzahl für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, vier Sternchen für den Lernfaktor, weil er erfahren hat, wie ein Fährmann das Rudel handhabt. “Allerdings gehen City-Liebhaber hier leer aus. Dafür gibt es keinen Stern„, konstatiert Wigge in seiner humorvollen Art.

Kultur und Humor sind die Steckenpferde des Reporters, der an der Guildhall School of Television London studiert hat, seit zwei Jahren in Berlin lebt und durch seinen Selbstversuch, innerhalb von 150 Tagen von Berlin zur Antarktis zu reisen, ohne einen Pfennig Geld mitzunehmen, große Popularität erreicht hat.

“Mich interessieren Kulturen und Menschen„, bekennt Wigge. Zu seinen eindrucksvollsten Erlebnissen habe ein Besuch bei den Yanomami-Indianern vor drei Jahren in Südamerika gehört. “Diese Gesellschaft tickt nach anderen Regeln. Ihre Lebensweise erscheint uns vielleicht rückständig, verfügt aber über eigene Qualitäten.„ Gemeinsam mit den Indianern sei er auf die Jagd gegangen, habe aber einen Ameisenbär verfehlt. Michael Wigge: “Alle haben gelacht, weil sie nicht verstehen konnten, wie so etwas einem 30-Jährigen passieren kann.„

Auch “Ich glaube Spreewald, Burg„ kommt nicht ohne Augenzwinkern aus. Neben der touristischen Sehenswürdigkeit setzt sich der Reporter selbst in Szene: Michael Wigge zeigt sich auf seiner Entdeckungstour sympathisch, interessiert, teilweise scheinbar naiv, dabei immer schlagfertig. Mit heiterer Distanz befragt er seine Gesprächspartner und erforscht staunend und amüsiert die Spreewaldgemeinde. So entsteht die 18. von insgesamt 30 Folgen der Sendereihe. Zuvor war Wigge im Fernsehturm in Berlin als Aufzugführer tätig, hat mit Fensterputzern im Reichstag gearbeitet, in der Porzellanmanufaktur Meißen einen Kurs im Porzellanmalen absolviert und auf dem Flughafen Frankfurt/Main Koffer verladen.