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| 02:32 Uhr

Mit der Feuerwehr in Calauer Kita?

Hier ist man gern Kind: Die Kita in Werchow ist bei den Calauern sehr beliebt – und ausgelastet.
Hier ist man gern Kind: Die Kita in Werchow ist bei den Calauern sehr beliebt – und ausgelastet. FOTO: Kita/Michaela Noffke
Calau. Calauer Feuerwehrleute sollen bei der Vergabe von Kita-Plätzen in kommunalen Einrichtungen einen Bonus erhalten. Das schlägt die Stadtverwaltung in einem Papier vor, in dem neue Regeln für den Kita-Zugang aufgestellt werden. Jan Gloßmann

Die Botschaft hör'n sie wohl, allein es fehlt (noch) das Zutrauen: Die von der Stadt Calau vorgeschlagenen Regelungen zur Vergabe von frei werdenden Kita-Plätzen haben schon in der ersten Runde recht hohe Wellen geschlagen. Die Mitglieder des Sozial- und Bildungsausschusses haben in ihrer jüngsten Sitzung das Papier debattiert, sind aber nur auf denn kleinsten Nenner gekommen: "Wir sollten das mit den Bürgern diskutieren." So fasste Ausschuss-Vorsitzender Dieter Garlich (CDU) die Gespräche zusammen.

Die Stadtverwaltung hatte zuvor Eckpunkte vorgelegt, nach denen die Vergabe von Kita-Plätzen möglichst ab August - mit dem neuen Schuljahr - erfolgen soll. Die Reihenfolge soll nicht mehr allein durch den Zeitpunkt der Anmeldung bestimmt werden, sondern von einer Punktliste. Da gibt es beispielsweise für bereits in der Einrichtung betreute Geschwisterkinder 100 Zähler. Dieser unschlagbare Vorteil gilt auch heute. Herangezogen werden soll auch die Arbeitszeit der Eltern, der Hauptwohnsitz in einem Ortsteil mit Kita. Die meisten Fragen löste ein Passus aus, wonach Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, die ein Kind unterbringen wollen, fünf Zusatzpunkte erhalten.

Die Stadt will damit den Einsatz der ehrenamtlichen Wehrleute würdigen, die "eine Pflichtaufgabe der Kommune erfüllen", wie Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) begründet. Das unterscheide die Wehr durchaus von anderen, ebenso zu würdigenden Ehrenamtlern in Sportvereinen oder anderswo. Zweifel hegt unter anderen der Linken-Abgeordnete Heiko Trägner: "Ich finde es nicht gut, einzelne Ehrenamtler zu bevorzugen." Auch Garlich hält viele Punkte "für kaum nachvollziehbar. Wir schaffen uns nur neuen Ärger."

Diesen Ärger hat die Verwaltung laut Suchner jedes Jahr. Die derzeitigen Anmeldelisten machen kaum Unterschiede. So ist, wie jemand in der Runde sagt, der im Vorteil, der "sein Kind anmeldet, wenn er das erste Mal einem Mädchen in die Augen schaut". Augenfällig wird das in der beliebten Kita in Werchow. Diese ist ebenso ausgelastet wie die Kita in Saßleben. Dagegen gibt es in der Kita Kunterbunt in der Stadt noch 20 freie Plätze. Was die Verwaltung auch regeln will: Frühmorgens begegnen sich Eltern aus der Stadt, die ihre Kinder nach Werchow bringen, und Werchower, die ihre Sprösslinge in die Stadt schaffen (müssen).

Das alles soll nun breit debattiert werden, vielleicht auch über den Mai hinaus. Denn nicht nur dem Abgeordneten Trägner schwant: "Es wird schwer, da Gerechtigkeit reinzubekommen."

Nächste Gelegenheit zur Diskussion ist die Sitzung des Hauptausschusses am 21. Mai. Die Vorlage mit den Vorschlägen der Verwaltung ist zu finden im Internet unter www.calau.de.