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Mit dem Fahrrad durch Nicaragua

Mt dem Fahrrad durch Mittelamerika, da heißt es, auch Schotterpisten oder eine Hängebrücke zu überwinden.
Mt dem Fahrrad durch Mittelamerika, da heißt es, auch Schotterpisten oder eine Hängebrücke zu überwinden. FOTO: privat
Lübbenau. "Uns hat es mal wieder gepackt, diesmal sind wir nicht nach Indien aufgebrochen, sondern auf einen anderer Kontinent – wir sind in Mittelamerika", berichtet die Lübbenauerin Simone Brüggemann-Riemer in einer Nachricht per Whatsapp. Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Riemer geht es wieder per Fahrrad durch unbekanntes Land. Ingrid Hoberg

"Um Räder haben wir uns schon von zu Hause aus gekümmert. Es sind Secondhand-Fahrräder, die aus Amerika kommen und von Jungs aus schwierigen Verhältnissen neu aufgebaut wurden", berichtet die Lübbenauerin. "Unsere Tour begann mit touristischen Zielen wie Masaya und Granada, zwei wunderbare alte Kolonialstädte. Dann zieht es uns aber weg von den Highlights. Wir wollen eintauchen, Land und Leute kennenlernen."

Sie stellen fest, dass die Menschen herzlich und hilfsbereit sind, aber auch zurückhaltend. "Wir haben immer wieder nette Begegnungen. Wir umfahren den großen Lago de Nicaragua, doch dazu müssen wir durch Costa Rica", erklärt Simone Brüggemann-Riemer. "Wie der Zufall es will, lernen wir einen Tag, bevor wir die Grenze erreichen, einen Südafrikaner kennen, der zurzeit in Costa Rica lebt und auch mit dem Rad unterwegs ist. Er hilft uns mit einem Busticket, das auf unseren Namen ausgestellt ist und das eine Weiterfahrt nach Panama möglich macht", schreibt sie. Ohne dieses Ticket wären die beiden Lübbenauer wohl nicht weitergekommen. "Dank Dylan waren wir drei Tage in Costa Rica und haben eine bunte, vielfältige Tierwelt erlebt", ergänzt sie.

Allerdings mussten sie die meiste Zeit mit ihren Rädern auf einer Schotterpiste fahren. "Zurück in Nicaragua war die karibische Küste unser Ziel. Leider sind wir nur bis 50 Kilometer davor gekommen. Dann wäre die Weiterfahrt nur mit Boot möglich gewesen", heißt es weiter in ihrem Reisetagebuch. "Wir bleiben also in Rama und erleben da an einem Donnerstagnachmittag, wie die Menschen dort feiern können. In einer Bar wird zu karibischen Klängen getanzt und dabei werden die Hüften geschwungen, wie wir es noch nicht gesehen haben. Abends gehen wir noch einmal hin, treffen die gleichen Leute und haben viel Spaß. Auf der karibischen Seite regnet es nun ununterbrochen, also fahren wir Richtung Pazifischen Ozean."

"Uns fallen in jedem Dorf die Kirchen auf, die meistens einfache Hallen sind. Abends treffen sich die Bewohner zum Beten oder Musizieren. Wir sind immer eingeladen, dabei zu sein und erfahren so etwas über das Dorfleben", teilt Simone Brüggemann-Riemer mit. Eine Übernachtung zu finden sei nicht so einfach. Meistens sind es einfache Hospedaje, in denen sie schlafen, und manchmal müssen sie lange dafür fahren. "Gestern waren es 125 Kilometer bei Temperaturen immer über 30 Grad, starkem Wind und Bergen. Und gelandet sind wir in einem Stundenhotel. Die Besitzerin wollte uns erst kein Zimmer geben, hatte dann doch Mitleid", schreibt Simone. Es war schon lange dunkel und weit und breit nichts anderes zu finden. "Dafür schlafen wir heute im Jerusalem Hotel und genießen den Luxus. Was in Erinnerung bleibt, sind die vielen Begegnungen am Tage. Wir haben jetzt 1000 Kilometer hinter uns, erlebt mit schönen Geschichten, verschiedenen Landschaften, Abenteuern und einer lebensbejahenden Kultur", schließt sie ihre aktuelle Nachricht aus Mittelamerika.