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| 16:02 Uhr

Reisebericht
Mit dem Fahrrad durch den Senegal

Mit dem Fahrrad durch den Senegal: Simone Brüggemann-Riemer verständigte sich mit den Jungen in ihrer Sprache, in Wolof.
Mit dem Fahrrad durch den Senegal: Simone Brüggemann-Riemer verständigte sich mit den Jungen in ihrer Sprache, in Wolof. FOTO: Steffen Riemer
Lübbenau. Das Lübbenauer Ehepaar Brüggemann-Riemer ist vom afrikanischen Kontinent zurück im Spreewald und bereitet einen bildgewaltigen Vortrag auch mit Videoaufnahmen vor. Von red/rdh

Die beiden Lübbenauer Simone Brüggemann-Riemer und Steffen Riemer, bekannt für ihre spannenden Fahrradtouren durch ferne Länder, sind gerade erst aus dem Senegal zurückgekehrt. Sie schildern in einem ersten Bericht ihre Eindrücke. Später soll es wieder einen Vortrag mit vielen Fotos und Videoaufnahmen geben.

„Eine große Portion Neugier hatte uns dieses Mal in den mittleren Westen von Afrika gezogen. Mit der Gewissheit, dass wir in einem kleinen Laden in Dakar gebrauchte Fahrräder kaufen können und bei einem Einheimischen die erste Nacht auf seiner „Couch“ schlafen, konnte die Reise beginnen. Zu Ibrahima, der Lehrer für Englisch und Französisch ist, hatten wir zuvor über das Internetportal für Reisende, „Couchsurfing“ Kontakt aufgenommen und so schon viel über das Land und ihre Menschen erfahren.

Von Dakar aus ging es dann durch eine vielfältige Landschaft, oft waren es Schotterpisten, Wüstensand, aber auch kleine asphaltierte Nebenstraßen, die wir befuhren. Hauptstraßen haben wir versucht, zu vermeiden, denn Autofahrer nehmen wenig Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer. Die Wege waren gesäumt von wunderbaren, alten Baobabs, die mehrere Hundert Jahre alt sind.

Später durchquerten wir das große Sine-Saloum-Delta mit seinen riesigen Salzfeldern. Schon zum Sonnenaufgang saßen wir auf den Rädern, denn gegen Mittag stiegen die Temperaturen auf 40 Grad. Unsere Tour führte durch viele kleine Dörfer mit Rundhütten oder einfachen Steinhäuschen. Immer winkten die Bewohner uns zu, Kinder riefen uns „Touba“ zu, was „Weiße“ heißt. Mit ein paar Worten und Redewendungen in ihrer Sprache Wolof war die Zurückhaltung schnell gebrochen und wir hatten herzliche, unvergessliche Begegnungen. Wir waren bei einer Zeremonie für ein Neugeborenes dabei, trafen Frauen beim Hirsemahlen und bei der Erdnussernte, die uns den Rucksack mit Nüssen füllten, waren eingeladen zu einem Brei aus Milch mit Kuskus in einer kleinen Hütte, sahen in Dakar eine Hochzeitszeremonie.

Auch bei der Suche nach einem Schlafplatz bekamen wir oft Hilfe. So schliefen wir einmal in einem Internat, dann in einem Frauenzentrum und in dem Dorf, wo Ibrahima als Lehrer arbeitet. Mit ihm waren wir während unserer Reise immer wieder im Kontakt, da er besorgt war und helfen wollte. Inzwischen ist er ein guter Freund für uns geworden. Nach 900 Kilometern erreichten wir wieder Dakar, hatten einen schönen gemeinsamen Abend, aber nicht den letzten, denn wir wollen schon in drei Monaten zurückkehren. Zwei Wochen waren einfach zu wenig.

Wir wollen noch mehr in den Süden des Landes, in die Casamance und etwas länger bleiben. Die Fahrräder können solange bei unserem Freund bleiben. Nach der zweiten Tour wird er die Räder an zwei seiner Schüler weitergeben, die so besser zur Schule kommen können. Jetzt heißt es, alles erst einmal in Ruhe zu verarbeiten und weiter Wolof für eine gute Verständigung zu lernen.“