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Millionen für Bildung im Gespräch

Dringenden Sanierungsbedarf attestiert das Cottbuser Planungsbüro Baukonzept der Missener Turnhalle. Und wahrhaftig: Schon im zurückliegenden Winter musste Sportunterricht für die Grundschüler ausfallen, weil es in der Halle viel zu kalt war.
Dringenden Sanierungsbedarf attestiert das Cottbuser Planungsbüro Baukonzept der Missener Turnhalle. Und wahrhaftig: Schon im zurückliegenden Winter musste Sportunterricht für die Grundschüler ausfallen, weil es in der Halle viel zu kalt war. FOTO: H. Kuschy
Vetschau/Missen. Geld für die Bildung zu verteilen, scheint nicht so einfach: Wie viel gibt man wofür aus und wann? Vetschau liefert gerade ein Beispiel dafür: Eine Aula fürs Schulzentrum wird nach den bisherigen Varianten viel zu teuer und Missen wäre mit seiner maroden Turnhalle um ein Haar aus dem Haushalt 2017 gefallen. Hannelore Kuschy

Der bevorstehende Winter und auch der darauf folgende wird der Missener Turnhalle die gleiche Situation bescheren. Sie bleibt, was sie ist: unsaniert. Denn wie schon für dieses Jahr waren auch für 2017 keine Planungsleistungen eingestellt. Das erzürnte Schulleiterin Petra Pietrus wie vor genau einem Jahr auch, weil die Stadtverordneten beschlossen hatten, Planungskosten bereits in den Haushalt 2016 einzustellen und Fördermittel zu akquirieren. Mit dieser Änderung, angeregt durch die Fraktionen der SPD und der WGO, war die Schulentwicklungsplanung beschlossen worden.

Das Kämpfen gewohnt, besuchte Petra Pietrus Fachausschüsse und die Stadtverordnetenversammlung, um wiederholt auf die unbefriedigende Situation aufmerksam zu machen. Schließlich kam der Wirtschaftsausschuss zu dem Schluss, die Planung der maroden Turnhalle für 45 000 Euro in den Haushalt 2017 aufzunehmen. So soll auch die Machbarkeitsstudie zu Beginn des kommenden Jahres vollendet werden. Das Planungsbüro Baukonzept geht von einem "dringenden Sanierungsbedarf" aus. Noch aber steht die Frage im Raum, ob neu gebaut oder saniert werden soll.

Wie der Vetschauer Fachbereichsleiter Sven Blümel sagt, würden geschätzt 500 000 Euro gespart, entscheide sich Vetschau für die Sanierung. Denn so entfalle zum Beispiel der aufwendige Rückbau. Es gäbe auch mit der Länge der Halle von 24 Metern keine Probleme, auch wenn eine Wettkampfhalle 27 Meter erfordere. Die Anforderungen an den Schul- und Vereinssport wären mit einer Sanierung erfüllbar. Laut der Studie muss mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro gerechnet werden. Referenzobjekte neu gebauter Turnhallen wie etwa im sächsischen Zadel oder Altenburg liegen bei knapp zwei Millionen Euro.

Um mehrere Millionen Euro geht es auch beim Thema Aula für das Vetschauer Schulzentrum. Bei der zunächst favorisierten Variante mit einem 870 Quadratmeter großen Saal, Räumen für die Bibliothek und den Musikverein muss mit 3,8 Millionen Euro an Kosten gerechnet werden. "Da machen wir nicht mit, man muss schon realistisch bleiben, auch wenn diese Schule gut angenommen wird", fordert SPD-Fraktionschef Uwe Jeschke, der seinem Ärger bei der Sitzung des Sozialausschusses Luft gemacht hatte. Das Cottbuser Planungsbüro mayerwittig hat in der Folge den Auftrag bekommen, kleinere Brötchen zu backen, was beispielsweise heißen soll: Der Saal für die Schulspeisung muss abspecken. Am 10. November, so kündigt Sven Blümel an, werde sich der Hauptausschuss noch einmal dieses Themas annehmen und festlegen, wie es mit der Studie weitergehen soll.