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| 14:44 Uhr

Militärfahrzeugtreffen Bronkow
Platz da, Kalaschnikow kommt!

Bronkow. Erstes spektakuläres Militärfahrzeugtreffen mit Panzerfahren auf der Festwiese in Bronkow. Von Rüdiger Hofmann

Ein Mann steht nahe der Autobahnabfahrt in Bronkow, militärisch gekleidet, einsam am Straßenrand. Die Szene wirkt ein wenig skurril. Es ist „Kalaschnikow“, im richtigen Leben Uwe Gregori-Berger genannt. „Ich warte hier auf meinen Panzer“, sagt er mit russischem Akzent. „Sein“ Panzer ist einer von zwei russischen BMP-1-Schützenpanzern aus Königsbrück, die der „Armee-Spaß-Verein Königsbrück“ 1990 von den Russen erworben hat. Am Freitag werden die Kettenkolosse per Spezialtieflader der Schwarzheider Firma Kretschmer über die Autobahn angeliefert. Sie sind das Herzstück des spektakulären Militärfahrzeugtreffens, das am Wochenende auf der Festwiese im Ort stattfindet. „Kalaschnikow“ – dessen Vater Russe und Mutter Deutsche ist – wird dann mit den Besuchern täglich ab zehn Uhr Panzer fahren.

Veranstalter Harald Petrick aus Calau trifft derweil die letzten Vorbereitungen. „Sechs Wochen habe ich investiert und musste etliche Genehmigungen einholen“, sagt er. Mehr als 50 Armeefahrzeuge, zwei Panzerspähwagen aus NVA-Zeiten sowie zehn Großhändler aus dem Militärbereich aus Berlin, Frankfurt (Oder), Cottbus, Torgau und Bautzen haben sich angekündigt. Musikalisches Rahmenprogramm sichert Petrick durch die Original Lausitzer Blasmusikanten am Samstag ab 13.30 Uhr und abends mit dem Disco-Team aus Ogrosen ab. Sonntag blasen dann die Spreewaldmusikanten aus Limberg ab 11 Uhr ihren Marsch.

Angeliefert werden die Panzer aus Königsbrück mit einem Spezialtieflader der Firma Kretschmer aus Schwarzheide. Hier lässt Ronny Miehle unter den Augen von Kalaschnikow die Fracht vom Lader.
Angeliefert werden die Panzer aus Königsbrück mit einem Spezialtieflader der Firma Kretschmer aus Schwarzheide. Hier lässt Ronny Miehle unter den Augen von Kalaschnikow die Fracht vom Lader. FOTO: Rüdiger Hofmann

„Vor zwei Jahren bin ich auf einem Armeetreffen in Königsbrück von der Begeisterung für alte Militärfahrzeuge infiziert worden“, sagt Petrick, der viele Jahre im Bereich Bausanierung unterwegs war. Vor vier Monaten entscheidet er, solch ein Treffen in Calau zu organisieren. „Calaus Stadtspitze lehnte ab, Bronkow hingegen empfing mich mit offenen Armen“, so Petrick.

Inzwischen sind die Panzer eingetroffen. Ronny Miehle fährt an dem Tag den Tieflader mit dem 13,5 Tonnen schweren Geschoss. „Auch für uns als Transportunternehmen für Spezialfrachten ist das eine ungewöhnliche Lieferung“, sagt er. „Kalaschnikow“ ist der erste, der durch die Luke hüpft und den Panzer vom Transporter bugsiert. „Zu DDR-Zeiten war ich Panzerschlosser, heute bin ich im Bereich Industrie-, Militär- und Anlagentechnik unterwegs und engagiere mich im Armee-Spaß-Verein“, sagt er. „Wenn der das Getriebe reinhaut und man den Sound hört, kann man sich verlieben“, sagt Harald Petrick voller Stolz und sieht dem davonfahrenden BMP-1 hinterher. Dann klingelt sein Handy. Die ersten Händler kündigen sich an. „Ich muss weiter“, sagt er. „Aber mich bringt hier heute keiner aus der Fassung.“

Harald Petrick aus Calau ist der Veranstalter des ersten Militärfahrzeugtreffens in Bronkow.
Harald Petrick aus Calau ist der Veranstalter des ersten Militärfahrzeugtreffens in Bronkow. FOTO: Rüdiger Hofmann