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Muckwar
Meisterliches Stunden-Pflügen

Sieben Gespanne aus zwei Bundesländern trafen sich am Sonntag auf einem Acker bei Muckwar, um erstmals an einem Stunden-Pflügen teilzunehmen.
Sieben Gespanne aus zwei Bundesländern trafen sich am Sonntag auf einem Acker bei Muckwar, um erstmals an einem Stunden-Pflügen teilzunehmen. FOTO: Uwe Hegewald / Hegewald Uwe
Muckwar. Interessengemeinschaft Zugpferde hat zum Leistungstest nach Muckwar eingeladen. Sieben Gespanne waren dabei.

(uhd) Ein Leistungstest mit Zugpferden ist am Sonntag unweit von Muckwar (Gemeinde Luckaitztal) über die Bühne gegangen. Eingeladen hatte die Interessengemeinschaft Zugpferde (IGZ), Landesverband Berlin-Brandenburg, um ihren Vorsitzenden Frank Trogisch. „Wir wollten einfach mal testen welche Fläche mehrere Gespanne in einem Verband binnen einer Stunde umbrechen können“, erklärt der Landwirt den Hintergrund des Stunden-Pflügens.

Sieben Gespanne sind der Einladung gefolgt, unter ihnen mit Sandro Zieschang (Uhyst) der amtierende Landesmeister aus Sachsen sowie Brandenburgs Landesmeister Guido Lindemann (Krahne/Kloster Lehnin) und Vizemeister Frank Trogisch. Der zeigte sich begeistert vom Zuspruch und der Freude seiner Seelenverwandten am kuriosen Test. „Die Idee war bereits bei einem IGZ-Treffen im Sommer geboren. Vor der Winterpause wollten wir noch einmal zusammenkommen und etwas Gemeinsames unternehmen“, blickt der Pferde-Experte aus Muckwar zurück.

Dass Gespanne eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 km/h auf die Straße bringen, ist hinlänglich bekannt. Welche Strecke absolvieren Mensch und Tier aber auf schwerem Boden und mit einem Pflug am Heck? „Die Leistung kann sich sehen lassen. Jedes der sieben Pferdepaare hat rund 4000 Meter zurückgelegt“, resümiert Frank Trogisch. Nach Auswertung der GPS-Daten (Globales Positionsbestimmungs-System) gelang es dem Septett binnen 90 Minuten eine Ackerfläche von 6392 Quadratmetern umzupflügen. „Jetzt haben wir mal einen Richtwert, mit dem wir zukünftig operieren können“, resümieren die Gespannführer, von denen Alexander Otto aus dem Raum Leipzig die weiteste Anreise auf sich nahm.

Einige wenige Zaungäste verfolgten das Treiben auf dem 340 Meter langen Parcours am Waldesrand. IGZ-Chef Trogisch nennt die Gründe, warum das Stunden-Pflügen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurde: „Es war eine Pilotveranstaltung und ein erstes Herantasten. Besser organisieren und probieren, als sich möglicherweise vor großem Publikum blamieren“, begründet er. Dass es zu einer Neuauflage kommt, schließt er nicht aus. Teilnehmer fanden ebenso Gefallen wie auch Willi Richter (Ranzow), Markus Lein von der BP Saßleben/Calau oder die Familie des Luckaitztaler Gemeindevertreters Werner Mehnert, die das Ziehen der Furchen als Zuschauer verfolgten.