Hubert Pfennig.Überhaupt stand die Jahresmitgliedertagung der OSL-Liberalen am Montag in Schwarzheide ganz im Zeichen des Aufbruchs. So waren Landeschef Jürgen Türk und sein Wunsch-Nachfolger Heinz Lanfermann eigens in die Chemiestadt gekommen, um die hiesige Basis auf den geplanten Führungswechsel beim Parteitag am 5. April in Beelitz einzuschwören. Um die angestrebten Erfolge der FDP bei den Kommunalwahlen im Herbst sowie bei der Landtagswahl 2004 zu erreichen, müsse sich die Partei geschlossen zeigen, forderte Lanfermann.
Unterdessen soll nach dem Willen der Liberalen auch der verkrustete Parteiapparat im Landkreis auf den Prüfstand. Um die eigene Schlagkraft zu erhöhen, sollte der Kreisverband "mit Weitsicht über eine Regionalisierung von Strukturen" nachdenken, riet Ex-Kreischef Neumann den bisherigen politischen Weggefährten. "Nur wer stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, kann erfolgreich sein", so Neumann. Einstimmig erteilten die OSL-Liberalen am Ende dem neuen Kreisvorstand den Auftrag, die Möglichkeit zur Fusion mit benachbarten FDP-Kreisverbänden auszuloten. Parallel wolle er auch die Arbeit in den hiesigen Ortsverbänden aktivieren, kündigte der neue Kreisvorsitzende an.
Erwartungsgemäß hart ging die anwesende Landesspitze mit der rot-grünen Bundesregierung sowie der SPD/CDU-Koalition im Land Brandenburg ins Gericht. "Stillstand in Berlin und Potsdam bedeutet auch Stillstand in den Gemeinden", erklärte Noch-Landeschef Türk. Eine umfassende Reform der Kommunalfinanzen stehe zum Beispiel noch immer aus. Die Freien Demokraten wollten die Aufgaben aber vor Ort lösen. Die Streichung von 140 Millionen Euro für die Kommunen im gerade vom Landtag diskutierten Nachtragshaushalt sei deshalb das falsche Signal, versandte auch Türks designierter Nachfolger mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen kämpferische Signale an die Basis.
Dem neuen siebenköpfigen OSL-Kreisvorstand gehören neben Pfennig als stellvertretende Kreisvorsitzende Roland Kathe (Lübbenau) und Wolfgang Paul (Lauchhammer), als Schatzmeisterin Waltraud Ahrens (Werchow), als Beisitzer Harald Podczeck (Schwarzheide), Andreas Sydow (Senftenberg) und Karl-Heinz Hofmann (Ortrand) an.