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Mehr Platz für die "Wichtel"

Lübbenau. "Hallo fleißige Bauarbeiter. Wir freuen uns auf die neue Kita." Diese Botschaft haben die Kinder kurz vor ihrem Auszug im vergangenen Jahr an eine Tapete in der Kita "Wichtel" gemalt – und damit Planer, Techniker und Handwerker bei der Gebäudesanierung offenbar besonders motiviert. Daniel Preikschat

Denn das Ergebnis, so Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) gestern bei der Einweihungsfeier in der Kita "Wichtel", rechtfertige Aufwand und Kosten. Mit immerhin 1,9 Millionen Euro war die Stadt Lübbenau an Gesamtkosten von 2,6 Millionen Euro beteiligt. Etwas früher, schon im April, sollten Kinder und Erzieherinnen laut ursprünglicher Planung einziehen können. Dass es etwas länger dauerte, lässt auf einen nicht völlig reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten schließen.

"Doch ohne Probleme", so Architekt Friedrich-Günther Rentzsch, "würde das Leben keinen Spaß machen." Was zählt, sei das Resultat, das sich auch aus Sicht des Architekten sehen lassen kann. Das zweigeschossige Bestandsgebäude habe einen eingeschossigen Anbau mit Gründach für die Krippenkinder bekommen. Der so entstandene Winkelbau habe 900 Quadratmeter Nutzfläche, dabei einen zehn Mal geringeren Energiebedarf aufgrund energetischer Sanierung. Kinder und Erzieherinnen haben nicht nur doppelt so viel Platz wie vor dem Auszug, so Rentzsch. Es falle auch viel mehr Licht ein in die Räume, das Außengelände sei besser sichtbar. Zumal im Bereich des ehemaligen Haupteingangs ein zweiter, kleinerer Anbau gesetzt wurde, der weitgehend verglast ist und in dem die Kinder essen.

"Wir können mit den Kleinen jetzt den Wechsel der Jahreszeiten viel besser wahrnehmen", sagte Kita-Leiterin Cornelia Wipp bei einem Rundgang durchs Haus. Die 75 Kinder, von denen zehn besonderen Förderbedarf haben, kämen mit großer Freude in die sanierte Einrichtung. Ausstattung und Mobiliar seien fast komplett erneuert worden. Die Holzverkleidung auch innen mache die Räume behaglich.

Von all dem konnten sich die rund 50 geladenen Gäste bei den Rundgängen selbst überzeugen. Dabei wurde auch deutlich, dass Cornelia Wipp kaum übertrieben hatte mit ihrer Anmerkung: "Wir sind viel mehr unterwegs, so bleiben wir fit." Es dauerte geraume Zeit, alle Räume, Flure und Terrassen mal gesehen zu haben. Herzstück ist eine breite Treppe, die vom Alt- in den Neubau führt und von den Kindern auch als kleine Sitztribüne genutzt werden kann - mit Blick hinunter in einen Mehrzweckraum. Auffällig ist auch die offene Raumgestaltung, die es den Erzieherinnen erleichtert, den Durch- und Überblick zu behalten.

Deutliche bessere Arbeitsbedingungen würden sie und ihre Kolleginnen nun vorfinden, gab Cornelia Wipp dem Bürgermeister recht. Zu loben seien aber auch die geschaffenen Bedingungen im Ausweichquartier in der ehemaligen Kita Diesterweg im Lindenweg. "Wir haben uns auch dort wohlgefühlt." Wieder zurückgezogen in die Friedrich-Engels-Straße sei man trotzdem gern.