| 02:32 Uhr

Mehr Leben, mehr Grün, mehr Vetschau

Der Brunnen an der Hellmannstraße nimmt Form an. Gerade wird er geputzt. Wie Thomas Demuth, mit Marcel Luhrenberg einer der Initiatoren zur Verschönerung der Brunnenecke, sagt, wird das gute Stück zum Brunnenfest am 10./11. Juli bepflanzt sein und auch sprudeln.
Der Brunnen an der Hellmannstraße nimmt Form an. Gerade wird er geputzt. Wie Thomas Demuth, mit Marcel Luhrenberg einer der Initiatoren zur Verschönerung der Brunnenecke, sagt, wird das gute Stück zum Brunnenfest am 10./11. Juli bepflanzt sein und auch sprudeln. FOTO: Kuschy
Vetschau. Vetschau – davon gehen Planer aus – wird im Jahr 2030 nur noch von rund 6700 Menschen bewohnt sein. In ihrer umgebauten Stadt sollen sie sich wohlfühlen. Dazu ist ein Grünflächenkonzept erarbeitet worden, das im Juli beschlossen werden soll. Hannelore Kuschy

Die seit Jahren und auch künftig sinkende Einwohnerzahl in Vetschau macht es erforderlich, dass sich in der Stadt vieles ändern muss. Die Altstadt soll gestärkt und die beiden Gebiete des industriellen Wohnungsbaus umstrukturiert werden. Die durch den Rückbau von Mehrgeschossern entstandenen Freiflächen wurden über Jahre vernachlässigt und sollen Stück für Stück professionell aufgewertet werden. Vorsichtig ist mit Schönheitskorrekturen, beispielsweise an der Kraftwerkstraße, begonnen worden. 1500 Krokusse wurden im vergangenen Herbst auf einer Grünfläche gesteckt.

Dem Wirtschaftsausschuss wird am 27. April erstmals der Entwurf eines Grünflächenkonzepts vorgelegt, das weit über Bisheriges hinaus geht und in dem ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre festgelegt werden. Schwerpunktbereiche sind die beiden Wohngebiete 1 und 2, der Bürgerpark Schiebefläche, die Altstadt zwischen Hellmannstraße, Markt 22, Berliner Straße/Thälmannstraße, der Stadteingang Berliner Straße und der Schlosspark "Süddreieck" sowie der Stadtrand mit der Jahnstraße und dem Sportplatz sowie das Bahnhofsumfeld.

Kurzfristig sieht der Konzept entwurf Arbeiten für mehr als 350 000 Euro vor. Und das am "Süddreieck" des Schlossparks, am Parkplatz Berliner/Thälmannstraße, am Bahnhof und am Grünzug entlang dem Wohngebiet 2, also dem Wasserturmviertel. Vetschauer leben dort in 886 Wohnungen - mehr als zehn Prozent davon stehen leer. Die Mieter dort sind jünger als im benachbarten Wohngebiet 1.

Künftig soll dort generationsgerechtes Wohnen möglich werden, indem nach 2020 weitere Wohnungen abgerissen werden. Würfelhäuser sollen Aufzüge bekommen und zwischen Autobahn und Wohnviertel ein Grüngürtel angelegt werden. An der Gorkistraße wäre nach dem Konzeptentwurf ein Baumplatz denkbar, Wiesen sollen an der Brechtstraße gestaltet und das Erlenwäldchen am östlichen Rand revitalisiert werden.

Trotz der 700 000 Euro, die aus dem Stadtumbauprogramm Ost in das Modellprojekt Bürgerpark Schiebefläche und Schulzentrum bis Ende 2006 geflossen waren, gibt es dort weiteren Bedarf bei der Aufwertung, zum Beispiel mit Kunstobjekten.

Die Gestaltung von Baulücken und der Neubau von Parkplätzen werden in der Altstadt im Vordergrund stehen. Eine solche Lücke ist der Markt 22/Hellmannstraße 1. Dort haben bereits der Wirt des Alten Brauhauses, Thomas Demuth, und Marcel Luhrenberg, Inhaber einer Physiotherapie, die Initiative ergriffen. Aus der Brunnenecke soll ein grünes Fleckchen zum Verweilen werden. Mit Spendengeldern finanzieren sie die Erneuerung des Brunnens. Bis zum Brunnenfest Mitte Juli soll er bepflanzt sein und das Wasser soll sprudeln. "Vetschauer und Touristen haben den einen oder anderen Schein dafür gespendet. Ein Gast hat sogar eine Speisekarte für 50 Euro gekauft und das Vorhaben damit unterstützt", erzählt der Brauhauswirt.

Eine Fläche, die zwingend zu gestalten ist, ist das Süddreieck rund um die Schlossremise und die alte Gärtnerei am Schlosspark. Vorgesehen sind dort eine attraktive Grünfläche mit Bänken, ein Spielplatz und Parkflächen. Am Ortsausgang Richtung Burg fallen gleich zwei Ecken besonders auf: das unansehnliche Bahnhofsumfeld und der Jahnsportplatz. Für letzteren gibt es noch immer keine Idee, wie er weiter genutzt werden könnte.