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| 10:36 Uhr

Mehr als 600 Zuschauer erlebten ein tolles 1. Hafenfest in Boblitz

Boblitz. Mit drei lautstarken Böllern wurde die Festwoche zum 650-jährigen Bestehen der Gemeinde Boblitz eingeschossen. Auftakt der Veranstaltungen für jedermann war das 1. Boblitzer Hafenfest am Samstagnachmittag. Organisiert, gestaltet und durchgeführt wurde es vom rührigen örtlichen Förderverein. Von Bernd Marx

Trotz wechselhaften Wetters kamen über 600 Gäste aus nah und fern zum Hafenrund. Bei Musik und Tanz, lustigem Spiel und geselliger Unterhaltung amüsierten sich Alt und Jung. Mit einem kulturellen Paukenschlag, dem ersten Kahnkorso in Boblitz überhaupt, begann das mehrstündige Fest. Vom Dorfanger startend, fuhren sieben lustig ausstaffierte Kähne durch den kleinen Ort und wurden im festlich ausgeschmückten Hafenbereich von den hunderten Zuschauern begeistert empfangen. Besonders die Mädchen und jungen Frauen in ihren adretten Trachten blieben im Blickfeld der Betrachter und im Fokus der Kameras. Doch auch die Männer kamen nicht ungeschoren davon. Mit ihren schicken Uniformen sorgten sie für Aufsehen bei der Damenwelt. So schrieben sich in die Annalen der Boblitzer Geschichte um das historisch bedeutsame 1. Hafenfest die Kähne der Boblitzer Feuerwehr, des Schützes- und Traditionsvereines, die Angler, Dorfleute und Musikanten sowie der gastgebende Förderverein ein. "Im Namen des Vorstandes des Fördervereins eröffne ich das 1. Boblitzer Hafenfest zu Ehren der 650-Jahr-Feier unserer Gemeinde und wünsche allen Gästen fröhliche und vergnügliche Stunden", mit diesen Worten gab Kurt Jurischka, Vorsitzender des 1995 gegründeten Fördervereins, den symbolischen Startschuss für die Festlichkeit am Rande des Ortes. Der 67-Jährige lenkt und leitet die Geschicke des Vereins von Anfang an, mit großen persönlichem Engagement. Die Mitglieder des Vereins hatten in den letzten Wochen zahlreiche Reparaturen und Mäharbeiten, Reinigungs- und Pflegedienste durchgeführt, um den Zuschauern einen ordentlichen Hafenbereich zu präsentieren. Mit den zwei Heuschobern im Areal des Hafens wurde das typische Antlitz des Spreewaldes hervorgehoben. Schon wenige Minuten nach der Ankunft sorgten die Niewitzer Blasmusikanten mit ihrer Sängerin für Kurzweil auf dem Festplatz und Stimmung unter den Anwesenden. Flotte Rhythmen luden zum Mitsingen, Schunkeln oder Tanzen ein. Heimische Unternehmen hatten die Versorgung der Hungrigen und Durstigen übernommen. Alle Hände voll zu tun, hatten somit auch die fleißigen Frauen vom Kuchenstand. Ehe "Mann oder Frau" sich versah, waren vom köstlichen Boblitzer Pauernkuchen nur noch einige Krümel übrig. Auch die Fettschnieten mit den leckeren sauren Gurken oder die Pellkartoffeln mit "Zwarch und Zwiebelstippe" fanden reißenden Absatz. Und wer wollte, konnte auch einen geräucherten Aal gleich vor Ort probieren oder mit nach Hause nehmen. Während die Kinder das farbige Speiseeis mit den vielen Geschmacksrichtungen probierten, zog es die Älteren zu den "geistigen" Getränken hin. "Wir wollten einen kleinen Ausflug in den schönen Spreewald starten, sind nun mitten in ein lustiges Dorffest geraten und hatten sogar schon tolle Logenplätze beim Kahnkorso", so schilderte Dr. Erich Wilde (60) aus Doberlug-Kirchhain den Ablauf der letzten Stunde im Ort. Gemeinsam mit seiner Frau Bärbel (56) hatten noch Kay Mierendorff (56) aus Florida/USA und Besuch aus Russland im "Kahn der fröhlichen Leute" Platz genommen. "Früher fuhren wir immer an die deutsche Küste, doch jetzt gefällt uns die Spreewald-Region mit ihrer vorbildlichen Sauberkeit und bezaubernden Romantik viel, viel besser", so die Worte des amerikanischen Geschäftsmannes. Zu der angekündigten preiswerten "Super-Sonder-Schnuppertour" mit dem Spreewaldkahn, waren nicht nur viele Besucher aus der Umgebung erschienen, sondern auch Gäste aus Dänemark, den Niederlanden und aus Polen angereist. "Wir kommen aus Zielona Gora (Grünberg) und wollen uns die reizvolle Landschaft, von der in ganz Polen gesprochen wird, selbst einmal ansehen", erzählte freudestrahlend Bogdan Nykiel (50), bevor er mit seiner Frau Jadwiga (50), der Tochter Ola (24) und dem Sohn Marlin (25) in den Kahn stieg und lustig schaukelnd davon fuhr. So mancher kleiner Regenschauer während der Festlichkeit tat dem Vergnügen keinen Abbruch. Horst Schröder (68) und Martin Braune (43) aus Boblitz sorgten mit ihren Ponys für so manche vergnügliche und kostenfreie Reiterstunde bei den Jüngsten. Sogar mehr Ältere, als Kinder amüsierten sich beim Luftballon-Wettbewerb. Mit dem Absender des Starters und ein paar herzlichen Grüßen versehen, füllte Torsten Jurischka (38) 99 farbige Ballons mit Helium auf und übergab sie dem Wind. Geschwind gingen sie in die Höhe und flogen in Richtung Groß Klessow davon. Noch wird in der Gemeinde gerätselt, wie weit sie wohl fliegen werden. Vielleicht meldet sich eines Tages ein glücklicher Finder dieser Luftballons beim Boblitzer Starter und hilft so die Frage klären. In gemütlicher Atmosphäre und geselliger Runde klang zu später Abendstunde das 1. Boblitzer Hafenfest dann aus.