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| 01:06 Uhr

Maut: Gebühren umlegen oder sich vom Kunden trennen

Region.. Nicht mehr los als an jedem anderen Montag war am gestrigen Start-Tag der Lkw-Maut auf den hiesigen Autobahnen 13 und 15 und auch auf den Bundes- und Landesstraßen. Das bestätigte die Polizei. Die meisten regionalen Unternehmen mit mautpflichtigen Fahrzeugen über zwölf Tonnen waren gut vorbereitet. Während Speditionen die Mautgebühr umlegen oder sich im Ernstfall von Kunden trennen würden, sehen Produktionsbetriebe wie die Gurkeneinlegerei Rabe Preiserhöhungen entgegen. Von Hannelore Kuschy

Während seit gestern Millionen Maut-Euro in den Bundeshaushalt fließen, zerbricht man sich in regionalen Firmen die Köpfe darüber, wie man mit den dadurch höheren Transportkosten umgehen werde. Das Speditionsunternehmen von Frank Rosenberger in Groß Beuchow hat zehn mautpflichtige Fahrzeuge auf Achse, vorwiegend innerhalb von Deutschland. Für 290 Euro pro Laster hat der Geschäftsmann die Mautgeräte einbauen lassen. So lief der gestrige Tag für ihn relativ pro blemlos an. Den Mautbetrag werde er umlegen, künftig separat auf der Rechnung für seine Kunden ausweisen. „Von den Kunden, die das nicht zahlen, werden wir uns trennen müssen“ , so der Unternehmer.
Die Gurkeneinlegerei Rabe hat noch andere Probleme, auch wenn sie nur einen Laster über zwölf Tonnen zu laufen hat. Und der ist ebenfalls mit einem Maut-Gerät ausgestattet, war gestern bereits auf Tour Richtung Leipzig. Eine Strecke, so Heidemarie Belaschk, mit wenig Autobahn-Kilometern. „Um den Lkw voll zu kriegen, müssen wir möglichst viele Kunden anfahren. Wir sind wie viele andere sicher auch deshalb an einen straffen Zeitplan gebunden, können es uns auch wegen der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten gar nicht erlauben, auf Bundes- oder Landesstraßen auszuweichen, um die Maut zu sparen. Noch wissen wir nicht, wie wir die höheren Kosten produktionsseitig abfangen können und werden wohl um Preiserhöhungen nicht herum kommen.“
Die Calauer Speditionsfirma Matter wartete den ersten Maut-Tag ab und schickt heute erst zwei Fahrzeuge von ihren vier mautpflichtigen auf die Piste. Wie Hartmut Matter informierte, werde die Mauttechnik für seine Laster in diesem Monat installiert. Bis dahin müsse man Maut-Tickets ziehen. „Viele Unternehmen im Nahbereich werden sicher der Autobahn versuchen auszuweichen, wer aber weiter weg muss, den wird der Termindruck auf die Autobahn zwingen“ , ist sich der Unternehmer sicher.