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| 13:15 Uhr

Teichfahren in Bischdorf
Manuel Zahn entführt den WM-Pokal

 Das Überholmanöver von Manuel Zahn (oben) gegenüber Vorjahressieger Robert Hartmann (unten) gilt als Schlüsselszene des Finallaufs. Nicht allen gelang die Überfahrt über den Bischdorfer Teich, dafür so mancher spektakulärer Abgang, wie ihn Robert Radnick (r.) fabriziert.
Das Überholmanöver von Manuel Zahn (oben) gegenüber Vorjahressieger Robert Hartmann (unten) gilt als Schlüsselszene des Finallaufs. Nicht allen gelang die Überfahrt über den Bischdorfer Teich, dafür so mancher spektakulärer Abgang, wie ihn Robert Radnick (r.) fabriziert. FOTO: Uwe Hegewald
Bischdorf. Die „Helden der Pedale“ liefern sich beim Teichfahren in Bischdorf ein spannendes Kräftemessen und sorgen für viel Spaß bei den Besuchern. Ein Doberlug-Kirchhainer setzt sich die Krone auf. Von Uwe Hegewald

Mit einer souveränen Leistung ist Manuel „Zahni“ Zahn zum WM-Titel im Teichfahren geradelt. „Im vierten Anlauf hat es geklappt. Ich bin natürlich sehr zufrieden“, teilt der 31-Jährige der RUNDSCHAU beim ersten Siegerinterview mit. „Klar habe ich mit einem Podestplatz geliebäugelt, aber bei diesem verrückten Wettbewerb kann so viel passieren“, so der KFZ-Mechatroniker aus Doberlug-Kirchhain.

Fünf Runden sind im Finallauf zurückzulegen, vier im Halbfinale und jeweils drei in den Vorläufen. „Das schlaucht schon gewaltig“, räumt Andreas Liebegall ein. Wie der neue Champion Manuel Zahn zählte das Ortsbeiratsmitglied zum engeren Favoritenkreis. Vorjahressieger Robert Hartmann weiß auch den Grund: „Dank seiner Körpergröße und seiner Schuhgröße ist Andreas im Wasser verdammt schnell unterwegs. Das ist ein Vorteil, wenn es einem vom Steg wirft“, begründet er.

Mit Wippe, Kurven, Bögen und aufgesetzten Querleisten ist dieser für jeden der 23 teilnehmenden Pedalritter eine Herausforderung. Als mit Manuel Zahn und Matthias Horn bei der Einführungsrunde gleich zwei Starter trocken über den Dorfteich gelangen, blicken sich Norbert Abt und Helmut Richter fragend an. „Was ist denn hier los“, stammelt das bewährte Moderatoren-Duo, das stets für eine Verbalattacke zu haben ist. „Wir sind schon so lange als Kommentatoren dabei, da verzeiht man uns auch den einen oder anderen mündlichen Ausrutscher“, ist sich Norbert Abt sicher.

Selbst beim Badewannenrennen der Mädchen gibt das Duo seinen verbalen Senf dazu und stiftet sogar zur Unsportlichkeit an. Auf dem Rückweg über den Steg dürften die Badewannen-Nixen ihre Kontrahentinnen schubsen, beißen, kratzen. Nur spucken sei nicht erlaubt, schließlich solle keine der sieben Teilnehmerinnen nass werden. Claudia Roch gewinnt den Finallauf, vor Anna Klimpel und Paula Ochmann. Dass sich die Konkurrentinnen im Ziel die Hände reichen, ist in Bischdorf selbstverständlich.

So auch bei den Männern, wo Vorjahressieger Robert Hartmann als erster auf den neuen Weltmeister zugeht, gefolgt vom fünffachen Weltmeister Michael Jurtz, der am Ende Platz 3 belegt. „Wir gönnen jedem den Sieg und werden uns als faire Verlierer präsentieren“, beteuerte Hartmann bereits vor Beginn des Wettbewerbs. „Klar werden wir alles daran setzen, dass der Titel in Bischdorf bleibt.“

Nun ist dieser erst einmal weg. Ansporn genug, um beim 68. Teichfahren, im kommenden Jahr, alles daran zu setzen, den Pokal zurück in den Lübbenauer Ortsteil zu holen. Ein schwieriges Unterfangen, sollte Manuel Zahn 2020 zur Titelverteidigung antreten.

Bereits in den Vorläufen lässt er seine Widersacher spüren, mit welcher Entschlossenheit er nach Bischdorf gekommen ist. Zwischenzeitlich überquert er die letzten Meter des (Schicksals-)Steges auf dem Hinterrad fahrend. „Zahni hat sich den Sieg verdient. Er hat es so oft probiert und so eifrig trainiert“, fasst Niels Abt zusammen, dessen Fähigkeiten am Sonntag gleich mehrfach gefragt sind. Am Jury-Pult, als aktiver Teichfahrer und im Männerballett, das neben „Bellas Tanzstudio“ für die Pausen-Unterhaltung zuständig ist.

Als musikalische „Anheizer“ erweisen sich die Prostataler Blasmusikanten. „In Wacken wird das Festival von der örtlichen Feuerwehrkapelle eingeläutet. Bei uns sind es  die Prostataler“, erklären Norbert Abt und Helmut Richter.

Nur der CDU-Landtagsabgeordneten Roswitha Schier gelingt es, das beherzt redende Moderatoren-Duo für einen kurzen Moment zum Schweigen zu bringen. Ihr genialer, wie auch einfacher Trick: Zwei Teller mit hausgemachtem Bischdorfer Kuchen, der im WM-Ausrichter-Dorf besonders lecker schmecken soll.