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| 11:30 Uhr

Lübbener Schüler spielen Dickens-Stück in Groß Leuthen

"So Kinder, los geht’s!" fordert Bärbel Wasternack auf. Die derart Angesprochenen sind Schülerinnen der neunten bis elften Klassen. Sie besuchen das Paul-Gerhardt-Gymnasium und die Spreewald-Oberschule in Lübben. Und sie sind Mitglieder der Theater AG. Mit der Aufforderung Bärbel Wasternacks startet die erste Probe des Stücks, das beim Weihnachtsmarkt in Groß Leuthen aufgeführt werden soll. Von Dörte Hellwig

Der Verein KulturArche arbeitet seit Jahren mit der Theater AG des Lübbener Gymnasiums zusammen. Er beteiligt sich an dem Weihnachtsmarkt in Groß Leuthen am ersten Adventssonntag mit einem Programm. Zu diesem zählt die Aufführung der "Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens. "Wir haben uns verschiedene Sachen angeguckt, kleine Dramen und so", erzählt Anika Höhne von der AG. "Wir wollten etwas Weihnachtliches machen, und haben uns dann einstimmig für diese Geschichte entschieden." Christin und Carolin Schilf sahen sich eine Verfilmung des Werks an und schrieben den Text. Die erste Probe war in der vergangenen Woche. "Heute geht’s um Text, Betonung, Spiel", schickt Lehrerin Bärbel Wasternack der Probe voraus. "Ihr müsst also viel spielen – Mimik, Gestik, Bewegung." Immer wieder unterbricht sie die Akteure, fordert, lauter zu sprechen, sich in die Rolle hineinzudenken. "Du bist ganz böse Vicky, herzlos und kalt. Schrei ihn an", empfiehlt sie Vicky Nolde, die den Part des Mister Scrooge meistern soll. Der macht in dem Stück eine Wandlung durch zum mitfühlenden Menschen. Immer wieder lässt Bärbel Wasternack die jungen Hobby-Schauspielerinnen Szenen wiederholen. Elisabeth Schneider ist danach wahrscheinlich heiser, soll sie doch als Geist "geheimnisvoll" klingen. Beim ersten Versuch, mindestens zwei Tonlagen tiefer zu sprechen, muss "der Geist" erst mal kichern. Auch die Szene des verliebten Pärchens wirkt eher unfreiwillig komisch als zu Herzen gehend. Überraschungen gibt es auch: "Was? Ich sterbe nicht?!", fragt Elisabeth Schneider perplex, als Bärbel Wasternack und Christine Exler vom KulturArche-Verein verkünden, dass die Sterbeszene ihrem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Sie hatten den Text gekürzt, damit das Stück nicht länger als eine halbe Stunde geht und nicht so viele Szenenwechsel hat. Während der Probe wird daher noch einiges am Text verändert. Heute soll Generalprobe in der Kirche sein, wo dann am Sonntag um 15 Uhr Charles Dickens "Weihnachtsgeschichte" in der Bearbeitung der Theater AG aufgeführt wird.