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| 01:35 Uhr

Lübbener Klinik kündigt Vertrag mit Krankenhaus Luckau

Luckau.. Das evangelische Krankenhaus Luckau und die Spreewaldklinik Lübben gehen in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe getrennte Wege. Das Lübbener Haus hat den Kooperationsvertrag zum Ende des Jahres gekündigt, bestätigen beide Seiten. Tilo Winkler


„Die Geburtshilfe bleibt in der Spreewaldklinik, die Gynäkologie in Luckau“ , sagt Margrit Ziegler, Geschäftsführerin des Luckauer Krankenhauses. Es würden jedoch die Zuständigkeiten getrennt. Seit Sommer 2004 werden unter der Leitung der Luckauer Einrichtung alle Babys in Lübben geboren, alle gynäkologischen Operationen finden in Luckau statt. Dr. Sixten Stoppe betreut bislang beide Abteilungen als Chefarzt. „Künftig wird die Verantwortung für die Geburtshilfe bei der Lübbener Klinik liegen“ , so Margrit Ziegler. Die Gynäkologie in Luckau bleibe in den Händen des evangelischen Krankenhauses.
„Die Qualität der Versorgung in der Geburtshilfe war nicht so gut, wie wir sie uns vorstellen und von den Patientinnen erwartet wird“ , begründet Jutta Soulis, Geschäftsführerin des Klinikums Dahme-Spreewald, den Schritt. Es habe häufig Arztwechsel gegeben. Die Unzufriedenheit unter den Medizinern, aber auch unter Hebammen sei groß gewesen. Den Ärzten habe das Pendeln zwischen beiden Standorten Schwierigkeiten bereitet. Die Erreichbarkeit sei kompliziert gewesen. Chefarzt Dr. Stoppe sei es unter den Bedingungen „schwer gefallen, die Qualität in Lübben aufrecht zu erhalten“ , so Soulis.

Trennung einvernehmlich
Auch wenn Margrit Ziegler die „Beweggründe für die Kündigung nicht geschildert“ worden seien, kann sie den Schritt des Klinikums Dahme-Spreewald nachvollziehen. „In jetziger Zeit ist die Bildung von Schwerpunkten in Krankenhäusern das A und O“ , sagt die Luckauer Chefin, „gerade wenn Kliniken so dicht beieinander liegen und um denselben Patientenpool buhlen.“ Die Trennung werde einvernehmlich vollzogen, so Ziegler und Soulis. Auch in Zukunft wollten beide Häuser auf anderen Gebieten kooperieren.
Auf die betroffenen Frauenärzte kommen Veränderungen zu. Zurzeit sind die Gynäkologen Angestellte des Luckauer Hauses. Künftig werde ein Teil der Mediziner in Lübben unter Vertrag genommen, sagt Margrit Ziegler. Wer und wie viele es sein werden, sei noch ungewiss. „Es gibt Gespräche.“ Falsch sei das in Luckau kursierende Gerücht, alle Ärzte hätten gekündigt und wollten nach Lübben wechseln. „Es liegt nur von einer Person eine Kündigung vor“ , so Ziegler. Es sei richtig, dass in Luckau Gynäkologen-Stellen ausgeschrieben seien. „Aber andere Stellen ebenso. Ärzte-Mangel gibt es fast in jedem Haus“ , ergänzt die Krankenhaus-Chefin. Außerdem seien drei Medizinerinnen schwanger. Die Gynäkologie in Luckau sei nicht in Gefahr. „Auch im neuen Krankenhausplan sind in Luckau 20 Betten vorgesehen“ , sagt die Geschäftsführerin.

Spezialist Chefarzt in Lübben
In Lübben wird nach Angaben von Jutta Soulis ab Januar Dr. Rüdiger Müller die Leitung der Frauenklinik übernehmen. Er ist zugleich Leitender Chefarzt und Chef-Gynäkologe im Achenbach -Krankenhaus Königs Wusterhausen. Müller gilt als Spezialist für Schlüsselloch-Chirurgie in der Frauenheilkunde. Operationen werde es in Lübben aber nur „rund um die Geburtshilfe“ geben, so die Geschäftsführerin des Klinikums. Es werde keine Konkurrenz zu Luckau aufgebaut.
Zurzeit werde ein Team von sechs Ärzten zusammengestellt. „Hinzu können Ausbildungsassistenten kommen“ , ergänzt Jutta Soulis. Das Klinikum sei „an den guten Kollegen“ des Luckauer Krankenhauses interessiert. Wer in Lübben arbeiten möchte und die entsprechende Qualifikation mitbringe, könne sich bewerben.
Sixten Stoppe war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Luckauer befindet sich im Urlaub.